Erstbegehung Kairos Mont Blanc du Tacul

Neue Heldentat am Mond Blanc

Der Millet Teamathlet Symon Welfringer und Christophe Dumarest eröffnen „Kairos“, eine neue und spektakuläre Mixedroute am Mond Blanc du Tacul.

Eine neue Linie an einer legendären Wand

Eine unveröffentlichte, 800 Meter lange Linie mit Schwierigkeitsgraden bis zu M8 an der berühmten Ostwand, wo sich zwei Generationen französischer Alpinisten im Zeichen der Entdeckung und des reinen Alpinstils vereinen.

Erstbegehung Kairos Mont Blanc du Tacul

Der französische Alpinist aus dem Millet-Team, Symon Welfringer, und Christophe Dumarest haben ein außergewöhnliches Kapitel des modernen Alpinismus im Mont-Blanc-Massiv geschrieben. Die Seilschaft vollendete die Erstbegehung einer neuen, anspruchsvollen Mixed-Route namens Kairos an der majestätischen Ostwand des Mont Blanc du Tacul.

Die Route erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 800 Metern, weist hohe technische Schwierigkeiten bis zum Grad M8 auf und endet auf einem Vorgipfel auf 4.018 Metern Höhe.

Die Entdeckung einer noch unberührten Linie

Die Idee entstand wenige Tage vor dem Versuch bei einer sorgfältigen Durchsicht der Karten und der bestehenden Linien. Als er mit Skiern unter der Wand vorbeifuhr, entdeckte Dumarest einen imposanten, vertikalen Felspfeiler, der erstaunlicherweise noch unberührt war, eingeklemmt zwischen historischen klassischen Routen und einer 1973 eröffneten Linie.

«Ich war überrascht zu sehen, dass sich zwischen den Routen ‚Couloir Jagger‘ und ‚Gabarrou-Albinoni‘ oder ‚Modica-Noury‘ nur eine einzige Route befand … Als ich mit den Skiern vorbeifuhr, sah ich einen steilen und imposanten Pfeiler, perfekt für das Drytooling», erklärt Christophe Dumarest.

«An einer Wand, die die Handschrift der größten Alpinisten trägt, ist es nicht selbstverständlich, Raum für neue Erstbegehungen zu finden. Manchmal ist es einfacher, einen Klassiker zu wiederholen, als eine neue Linie zu eröffnen.»

Ein technisch anspruchsvoller Aufstieg

Nach einer schnellen Überprüfung der hervorragenden Bedingungen wagten die beiden Kletterer den Aufstieg. Der erste Abschnitt der Route erwies sich als besonders komplex, mit Seillängen bis zu M7+ in vertikalem und stark strukturiertem Gelände.

Nach der Überwindung der steilen Anfangswand wechselten sich vertikale und flachere Passagen ab und führten die Seilschaft schließlich bis zum Vorgipfel auf 4.018 Metern.

Die Bedeutung des Namens „Kairos“

Der für die Route gewählte Name Kairos entstammt der antiken griechischen Philosophie und bezeichnet „den günstigen Moment“. Er fasst «zugleich den Alpinismus an sich und die Gelegenheit, diese Route an der Ostwand des Tacul zu eröffnen, zusammen», so Dumarest.

Begegnung zweier Generationen

Über den rein technischen Wert hinaus steht die Besteigung für eine tiefgründige Generationenbegegnung. Trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe und alpinistischer Prägungen fanden Welfringer und Dumarest eine gemeinsame Vision und eine bemerkenswerte Harmonie am Berg.

«Trotz des Altersunterschieds teilen wir die gleiche Neugier, den gleichen Entdeckungsdrang und die gleichen Motivationen: entdecken, um das Beste zu geben und Sinn in unserer alpinistischen Praxis zu finden», betont Symon Welfringer.

Erst vor einem Monat hatte Welfringer gemeinsam mit Esteban Daligault, Virgile Devin und Baptiste Obino eine neue Route am Mont Dolent eröffnet.

Gratulation aus dem Millet-Team

Herzlichen Glückwunsch an unsere Athleten vom gesamten Millet-Team zu dieser herausragenden Erstbegehung Kairos Mont Blanc du Tacul!

Mont Blanc ein Symbol des europäischen Alpinismus

Der Mont Blanc ist mit 4.808 Metern der höchste Berg der Alpen und zählt zu den bedeutendsten Gipfeln Europas. Er liegt im Mont-Blanc-Massiv, an der Grenze zwischen Frankreich und Italien, unweit der Schweiz, und prägt seit über zwei Jahrhunderten die Geschichte des Alpinismus.

Die erste dokumentierte Besteigung des Mont Blanc gelang im Jahr 1786 Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard. Dieses Ereignis markiert einen Wendepunkt und gilt als Geburtsstunde des modernen Bergsteigens. Seither ist der Mont Blanc ein zentrales Ziel für Alpinisten aus aller Welt. Neben der klassischen Normalroute über die Goûter-Hütte bietet das Massiv zahlreiche technisch anspruchsvolle Nord- und Ostwände, die insbesondere im Mixed- und Eisklettern eine große Rolle spielen.

Geologisch besteht der Mont Blanc überwiegend aus Granit und ist von ausgedehnten Gletschern wie der Mer de Glace umgeben. Gleichzeitig ist das Gebiet stark vom Klimawandel betroffen, was sich in Gletscherschwund und zunehmender Instabilität des Permafrosts zeigt.

Der Mont Blanc steht heute nicht nur für sportliche Höchstleistungen, sondern auch für Verantwortung, Nachhaltigkeit und Respekt gegenüber dem Hochgebirge. Die Erstbegehung Kairos Mont Blanc du Tacul passt da perfekt dazu.

Quelle Bilder: ©Welfringer, ©Dumarest und ©Millet

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