Test LVS BCA Tracker 2

BCA Tracker 2 10
Test LVS BCA Tracker 2
4.6 / 10 Bewertung
PRO
  • einfache Bedienung
  • robust
  • Funktion Nachlawinenumschaltung vorhanden
CONTRA
  • recht schwer und gross, globig
  • langsame, ungenaue Suche, schlechte Akustik
  • falsche Angaben auf der Website (Gewicht)
  • Funktion Nachlawinenumschaltung muss jedes mal neu aktiviert werden
  • keine Markierfunktion, kompliziert bei Mehrfachverschüttung
  • nicht Update-fähig = weniger nachhaltig
Testurteil
Das BCA Tracker 2 … gibt es ja auch noch. Das LVS-Gerät ist aber mittlerweile veraltet. Es beherrscht weder die Mehrfachverschüttung so richtig noch hat es eine Markierfunktion. Die Suche ist insgesamt nicht komfortabel und zu ungenau. Leider gibt es aber noch kein aktuelleres Gerät vom Hersteller.
Technik3.4
Reichweite/Suche3.7
Qualität/Verarbeitung6.1
Nachhaltigkeit/Update5
Preis-Leistung4.8

Fakten

BCA Tracker 2, Artikelnummer 2332002

  • Gewicht: 325 g LVS mit Batterie und Tragesystem nachgewogen (193 g laut Hersteller)
  • Anzahl Antennen: 3
  • Funktion Selbsttest und Signalanalyse: ja
  • Funktion Gruppentest: nein
  • Anzeige: Zahlen-Display + 5 Richtungspunkte und Mehrfachverschüttungsanzeige
  • Displaybeleuchtung: jein, helle rote LEDs
  • akustische Unterstützung: ja
  • Kopfhörerbuchse: nein
  • Benutzerführung: symbolisch
  • Update-fähig: nein
  • Batterien: 3 AAA-Batterien, ca. 250 h Sendebetrieb, ca. 50 h Suchbetrieb
  • Besonderheiten: –
  • mit schützendem Trageholster
  • Garantie: 5 Jahre

Suche

  • Empfangsfunktion: digital
  • Reichweite/Suchstreifenbreite: 40 m laut Hersteller
  • Analogton verfügbar: nein
  • Anzeige mehrere Verschüttete: ja
  • Markierfunktion: nein
  • Markierung aufhebbar: nein
  • Verschüttetenliste: nein

automatische Umschaltung Nachlawine (von Suchen zu Senden)

  • Umschaltung Nachlawine: ja, automatisch nach 5 Min., muss bei jedem Einschalten aktiviert werden!

Praxistest LVS BCA Tracker 2

Das Lawinenverschüttetensuchgerät BCA Tracker 2 habe ich zwei Winter lang ausgiebig im Gelände getestet. Dabei habe ich es nicht einem kurzen Test unterzogen, sondern bei vielen Touren und vor allem auch in meinen Lawinenkursen Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Dabei waren totale Anfänger, Fortgeschrittene wie auch Experten. Diese Erfahrungen fliessen in meine Bewertung mit ein. Bewertet und getestet wurde natürlich auch die Ausstattung bzw. der Funktionsumfang des Gerätes.

Manche kennen die Marke BCA (Backcountry Access) vielleicht noch vom Tracker DTS? Es war das weltweit erste digitale Mehrantennengerät und ist immer noch auf dem Markt. Das BCA Tracker 2 ist neuer und der Bestseller in Nordamerika, aber auch schon einige Jahre auf dem Markt. Folgen soll das Tracker 3, aber das lässt seit nun einigen Jahren auf sich warten. Genau das merkt man dem BCA Tracker 2 an – das LVS-Gerät ist einfach nicht mehr auf dem neusten Stand.

Nimmt man das BCA Tracker 2 in die Hand, wirkt es nicht mehr zeitgemäss. In Zeiten des Smartphone wirkt es schwer, globig und das Design erinnert eher an KITT aus Knight Rider, als ein modernes Gerät.

Einstellen kann man beim BCA Tracker 2 nichts. Auch Update-fähig ist es nicht. Das wäre nicht weiter schlimm, aber das Zahlendisplay und die LEDs sowie auch die Akustik sind wenig überzeugend.

Das Gerät ist nicht schwer zu bedienen. Es hat einen Drehschalter zum Ein- und Ausschalten auf der Rückseite. Umschalten auf Suche kann man es mechanisch wenn man den Riegel unten herauszieht.

Einen Gruppentest-Funktion hat das BCA Tracker 2 nicht. Auch keine Markierfunktion.

Bei der Suche erwies es sich oft als zu langsam. Auch sprangen die Distanzwerte zu stark. Die Akustik ist bei der Suche wenig unterstützend. Zwischen Grob- und Feinsuche gibt es keinen Unterschied.

Mehrere Verschüttete zeigt das Gerät zwar an, aber nur pauschal. Wer solche komplexen Suchsituationen mit dem Gerät lösen möchte, kann das genauso gut, wie mit jedem anderen Gerät (z.B. Mikrosuchstreifen), braucht dafür aber viel Know-how und Erfahrung! Man kann den BCA Tracker dafür auch extra in den sog. Spezialmodus umschalten. In diesem Modus zeigt der Tracker2 nicht nur das stärkste Signal an, sondern zudem die Distanzen und Richtungen weiterer Signale. Uff …

Eine Nachlawinenumschaltung hat der BCA Tracker eigentlich an Bord, man muss sie aber jeweils beim Einschalten jedes Mal aktivieren. Dabei schaltet er nach 5 Minuten zurück auf Senden, wenn man nicht die Suche bestätigt.

Die Batterielebensdauer ist laut Hersteller mit 50 Stunden Suche irrsiing lang. Das ist eher unwahrscheinlich. Das Tragesystem ist robust und gut einstellbar.

Wer ein BCA Tracker 2 hat, sollte es behalten. Eines neu anzuschaffen aber lohnt sich kaum.

Preis

Das BCA Tracker 2 ist in der Schweiz erhältlich ab ca. 270 CHF.

Links

Hersteller BCA

Auskunft und Vertrieb in der Schweiz über K2

ÜBER DEN AUTOR

Rüdiger Bodmer

Rüdiger Bodmer testet Ausrüstung für ich-liebe-berge.ch – der ausgebildete Wanderleiter des Schweizer Bergführerverbands (SBV) sowie Wanderleiter mit eidg. Fachausweis führt professionell Touren. Im Winter leitet er Schneeschuhtouren im In- und Ausland. Dazu gibt der Lawinenexperte Kurse und Vorträge. Auch Kurse mit Zertifikat leitet er als Ausbildner des Swiss Mountain Training vom Schweizer Bergführerverband. Im Sommer leitet er Wanderungen, Alpinwanderungen, Wanderreisen und Trekkings. Viele seiner Touren führt er in Zusammenarbeit mit den Bergsteigerschulen Berg+Tal und Höhenfieber durch. Ehrenamtlich leitet er zudem Touren für den Schweizer Alpen-Club (SAC). Berge sind etwas Wunderbares für Rüdiger. Für ihn sind es Orte, denen er sich verbunden fühlt, an denen er sich wohlfühlt. Und davon gibt es einige. Er geniesst es draussen unterwegs zu sein. Privat ist er viel mit Schnee- und Wanderschuhen unterwegs, unternimmt aber gerne auch Skitouren, Hochtouren, geht Klettern oder Eisklettern und was man sonst noch so draussen anstellen kann. Als Guide will er aber vor allem eins – schöne Erlebnisse teilen und ein Stück seiner Begeisterung weitergeben. Bei seinen Touren legt er besonderen Wert auf die Sicherheit – neben einer guten Vorbereitung bildet er sich ständig weiter. Neben der Aus- und Fortbildung achtet er darauf, dass, wenn immer möglich, bei seinen Touren die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt und die Natur möglichst nicht beeinträchtigt wird. Über die Jahre hat Rüdiger ein grosses Interesse und Know-how im Bereich Ausrüstung entwickelt. Er hat ich-liebe-berge.ch gegründet.

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