Test Die Philosophie des Kletterns
5.6 / 10 Bewertung
PRO
  • verschiedene Autoren, dadurch verschiedene Sichtweisen
  • unterschiedliche Themen rund ums Klettern beleuchtet
  • zum Teil sehr unterhaltsame und witzige Anekdoten
CONTRA
  • kein „easy reading“
  • viele Zitate/ Fussnoten
  • Philosophie-lastig
  • kleine Schrift
  • Bilder, Illustrationen fehlen
Testurteil

Das Buch Die Philosophie des Kletterns beschreibt die Gefahren, das Glück und die Erkenntnisse, die dieser Sport mit sich bringt. Es versucht zu ergründen, wieso sich Menschen in die Gefahr des Klettersports begeben und was das Faszinierende bei den verschiedenen Kletterarten ausmacht.

Struktur/Aufbau5
Preis-Leistung6
sprachlicher Stil4.9
Qualität7
Umwelt/Nachhaltigkeit5

Fakten

Die Philosophie des Kletterns, Herausgeber: Stephen E. Schmid, P. Reichenbach, Verlag: Mairisch Verlag, ISBN 978-3-938539-33-0

  • Erscheinungsdatum: September 2014
  • 224 Seiten
  • Gewicht: 419 Gramm nachgewogen
  • Grösse: 215 x 150 x 20 mm
  • Hardcover, mit Lesebändchen und Titelprägung
  • auch als E-Book erhältlich

Angaben vom Hersteller:

  • Warum klettern, wenn man auch abstürzen kann? Wie wurde aus dem Klettern eigentlich ein Sport? Und was hat das Erklimmen eines Berges mit Individualität zu tun? Ist Solo-Klettern Wahnsinn oder moralisch vertretbar? Was kann man vom Scheitern am Berg lernen? Und ist es ethisch richtig, Haken in den Fels zu schlagen? Wie sieht es überhaupt mit dem Naturschutz aus? Und warum macht Klettern so frei und so glücklich? In Die Philosophie des Kletterns erzählen internationale Autoren aus verschiedenen Disziplinen – Philosophieprofessoren, Journalisten, Kletterprofis – kenntnisreich von den Abenteuern, die zwischen Auf- und Abstieg liegen, und was man aus ihnen lernen kann. Seit der Klettersport vor genau 150 Jahren im sächsischen Elbsandsteingebirge erfunden wurde, steigt die Zahl derjenigen, die sich auf die Gefahren des Kletterns einlassen, immer weiter. Neben der Faszination fürs Risiko spielt dabei aber auch das Streben nach Erkenntnis eine große Rolle. Das Klettern kann uns verändern, es kann unsere Möglichkeiten erweitern, es kann unseren Charakter schulen, es vermittelt uns Freundschaften – und kann sogar dazu beitragen, ein glückliches Leben zu führen. Davon erzählt dieses Buch.
  • Aus dem Englischen übersetzt

Praxistest Die Philosophie des Kletterns

Eigentlich bin ich eine ausgesprochene «Leseratte» und verschlinge im Normalfall ein mich ansprechendes Buch in zwei bis drei Tagen. Ich freute mich ungeheuer auf das Buch «Die Philosophie des Kletterns» und fing gespannt mit dem Lesen an.

Das über 200-seitige Buch Die Philosophie des Kletterns beginnt mit einem Vorwort von Hans Florine, Rekordhalter im Speedklettern. Darin umschreibt er kurz die verschiedenen Aspekte des Kletterns. Ist Solo-Klettern Wahnsinn oder moralisch falsch? Ist es schlimm, künstliche Griffe in den Felsen zu schlagen? Wie bewertet man eine Kletterroute? Zu diesen Themen gibt er keine grundsätzlichen Antworten, er meint, dass es dazu nicht die Antwort gibt. Die nächsten zwei Fragen: „Ist Klettern eine lohnende Beschäftigung? Ist es angemessen, philosophische Diskussionen auf das Klettern zu übertragen?“ beantwortet er mit einem eindeutigen JA und lädt dazu ein, die verschieden Sichtweisen der Autoren kennen zu lernen und dabei noch mehr Freude am Klettern zu gewinnen.

Danach folgen die Beiträge von verschiedenen Autoren, die den Leser auffordern, sich auch mal mit Hilfe von Aristoteles oder Nietzsche selbst auf die Suche nach Antworten zu machen. Bei den Autoren handelt es sich unter anderem um den kletternden Philosophen William Ramsey, der sich mit der Ethik des Schlagens von Griffen auseinandersetzt und dazu verschiedene Blickwinkel zulässt. Kevin Krein, Privatdozent von Philosophie, Skibergsteiger und Geschäftsmann, beleuchtet in seinem Beitrag was Klettern und das stoische Konzept der Freiheit miteinander zu tun haben. Es kommen auch Nicht-Kletterer wie die Ethik- und Sportdozentin Pam Sailors zum Wort. Sie analysiert den «Gipfelstürmer» und den «Bergsteiger» in einer Sichtweise, die manchem wohl die Augen öffnen wird. Beim letzten Kapitel in Die Philosophie des Kletterns schreibt der Autor und Journalist Maximiliam Probst eindrücklich über den Abstieg, auch dieser gehört beim Klettern dazu.

Fazit: das Buch Die Philosophie des Kletterns ist sicherlich kein „easy reading“ Buch. Die verschiedenen Beiträge sind unterschiedlich leicht zu lesen. Bei manchen Beiträgen geht’s es recht philosophisch zu und her, andere sind leichter verdaulich, bzw. lesbar, einige Beiträge sind recht witzig, andere wiederum regen zum Nachdenken an. Durch das Fehlen von Illustrationen und durch die kleine Schrift fällt das Lesen nicht leicht.

Ich habe mich recht schwer getan mit dem Buch, es dauerte seine Zeit, bis ich Die Philosophie des Kletterns fertig gelesen hatte . Nichtsdestotrotz haben mich einige Kapitel zum Nachdenken und nochmaligen Nachlesen angeregt.

Preis

Das Buch Die Philosophie des Kletternskostet 19.90 € [D] oder 29.90 CHF [CH].

Links

Verlag Mairisch Verlag