Test Inventra Crossblades
6.5 / 10 Bewertung
PRO
  • schnelle, einfache Bedienung/Umstellung von Steigen auf Gleiten mit Wendeplatte
  • leichte, schnelle Anpassung an den Schuh
  • sehr drehfreudig, wendig, leicht zu fahren
  • guter Halt beim Aufstieg in moderatem Gelände
  • guter Auftrieb
  • kommen mit vielen Schneebedingungen gut zurecht
  • machen viel Spass
CONTRA
  • eingeschränkter Einsatzbereich
  • brauchen skifahrerisches Können
  • Hardboot-Bindung braucht Tourenskischuhe
  • Softboot-Bindung mit Bergschuhen unbequem, mit Snowboardschuhen schwierig
  • teilweise fehlender Halt - keine Harscheisen/Zacken
  • grosser Rand beim starken Carven oder steilen Hängen unpraktisch, rutscht ab
  • relativ grosses Packmass
Testurteil
Wer hats erfunden? Die Inventra Crossblades sind eine echt Schweizer Erfindung für den Wintersportler, der abseits der Pisten unterwegs ist. Die kurzen Tourenski kommen mitsamt Bindung und Wendeplatte mit Fell. Ihr Einsatzbereich ist eingeschränkt, aber im passenden Gelände machen sie enorm viel Spass!
Funktion7.4
Qualität/Verarbeitung6.8
Gewicht/Packmass6.2
Umwelt/Nachhaltigkeit5.5
Preis-Leistung6.4

Fakten

  1. Inventra Crossblades mit Hardboot-Bindung, Farbe: weiss-schwarz-grün Gewicht: 3763 g/Paar nachgewogen (3720 g laut Hersteller)
  2. Inventra Crossblades mit Softboot-Bindung, Farbe: weiss-schwarz-grün Gewicht: 4612 g/Paar nachgewogen (4320 g laut Hersteller)

Angaben vom Hersteller:

Die Crossblades sind ein völlig neues Schneeschuhsystem, das sowohl Laufen und Steigen als auch Fahren und Gleiten ermöglicht. Nach einem anstrengenden Aufstieg folgt die Belohnung: Statt mühsam den Berg hinab zu laufen kann der Steigbereich der Crossblades auf einfache Weise zum Fahren und Gleiten umgestellt werden. Die Lernphase ist minimal. Nichtskifahrer beginnen in sanftem Gelände mit Gleiten und steigern allmählich. Mit Crossblades erhält das Schneeschuhwandern eine neue Dimension, sich in frischer Luft und freier Natur spass-betont zu bewegen. Zudem braucht das „crossbladen“ weniger Kraftaufwand als bei herkömmlichen Schneeschuhsystemen. Crossblades werden geschoben statt bei jedem Schritt gehoben.

  • Das patentierte Twin-Deck-Prinzip bietet optimalen Auftrieb im Tiefschnee und perfektes Verhalten auf Hartschnee.
  • Crossblades können dank der patentierten Wendeplatte mühelos von Steigen auf Gleiten umgerüstet werden.
  • Crossblades sind mit zwei verschiedenen Bindungstypen erhältlich: Die Hardboot-Bindung ist für Skitouren-Schuhe geeignet und die Softboot-Bindung bietet optimalen Halt auch für Wander- und Bergschuhe.
  • Für die Hardboot-Bindung sind Fangriemen zu verwenden

Praxistest Inventra Crossblades

Kaum auf dem Markt, konnten wir die Inventra Crossblades testen – als Website aus der Schweiz waren wir natürlich umso mehr interessiert, weil es sich bei den Crossblades um eine Schweizer Erfindung handelt. Und gleich vorweg: vor allem die Inventra Crossblades mit Hardboot-Bindung funktionieren und machen richtig viel Spass! Getestet haben wir die Inventra Crossblades mit Hardboot-Bindung und auch mit Softboot-Bindung – daher schreibe ich wir, denn wir haben zu zweit beide Versionen abwechselnd getestet.

Was sind die Inventra Crossblades? Der Herstellerbeschreibt sie mit «Schneeschuhsystem», schreibt aber auch, es sei eine neue Sportart. Für uns sind sie aber eher in der Ecke Tourenski, als in der Ecke Schneeschuhe. Denn die Crossblades haben zum einen Felle zum Aufsteigen, zum anderen kann man damit bergab fahren, wie mit Ski. Dazu kommt eine Bindung mit Steig- und Abfahrtsmodus.

Ganz zu Beginn muss man die Bindung der Crossblades einmal an seinen Schuh anpassen – ein Manual erklärt die Vorgehensweise relativ gut. Die Anpassung an die Sohlenlänge ist sehr einfach – mehr muss man bei der Hardboot-Bindung (für Tourenskischuhe!) nicht einstellen. Bei der Softboot-Bindung ist es ein wenig zeitaufwendiger. Der Hersteller liefert aber sogar den notwendigen Imbusschlüssel gleich mit. Beim Einstellen der Softboot-Bindung hatten wir aber Probleme – fast alle normalen, gefütterten Bergschuhe enden unterhalb der Halterung. Die Halterung direkt um die Wade empfanden wir beide im Test als unangenehm und bevorzugten sie lieber um einen Schuh/den oberen Schuhrand zu fixieren – hierfür ist allerdings der Riemen einige Zentimeter zu kurz. Aber so oder so funktioniert die Bindung.

Die Bindung ist wohl keine Neuentwicklung – sie entspricht der Bindung der kurzen Tourenski SnowVenture, bis auf den Haltebügel der Softboot-Bindung. Insgesamt hatten wir mit der Hardboot-Version wesentlich mehr Spass. Der Einstieg geht schneller, Kontrolle und Fahrgefühl sind ebenso deutlich besser.

Bergauf laufen funktioniert mit den Crossblades einwandfrei, solange es nicht zu steil wird. Wir bekamen bei 27 bis 28 Grad Steilheit Probleme und rutschten durch – was aber ein sehr gutes Ergebnis ist. Spitzkehren gelingen mit den Crossblades leichter als mit Tourenski, im Vergleich zu Schneeschuhen – die man einfach wenden kann – aber schwieriger.

Mit den Crossblades kann man gut auch einen Sessel- oder Skilift nutzen und so z.B. den Aufstieg verkürzen. Einmal oben angekommen, lässt sich die Platte mit Fell an der Unterseite sehr einfach und schnell lösen und umkehren – auf der anderen Seite hat die Platte eine Gleitfläche wie bei Ski. Die Platte ist zum einen mit einem Verschluss-Clip am Ende befestigt, hat vorne eine Führung und dazu Magnete, die sie immer schnell in die richtige Position bringen. Der Wechsel von Steig- auf Gleitfläche geht schneller als mit Tourenski und Fellen – und die Crossblades haben keine klebenden Felle. Hilfreich ist aber eine 2. Person, die einem die Platte umdreht – den Versuch, die Platte alleine zu drehen, nannten wir «Crossblade-Yoga». Aber trotz Verrenkungen und Verbiegungen schafften wir es mit angeschnallten Crossblades nicht.

Mit den Inventra Crossblades abzufahren, ist ein Riesenspass. Elementare Kenntnisse im Skifahren braucht man aber. Sie sind länger als Bigfoot oder Firngleiter und vor allem breiter. Die wannenförmigen Ski bieten einen sehr guten Auftrieb. Verglichen mit Tourenski fahren sie sich leichter, sind vor allem drehfreudiger. Schmale Wege oder dichter Wald sind kein Problem. Dazu kommen sie mit sehr vielen Schneebedingungen extrem gut zurecht. Ob Pulverschnee oder tiefer Sulz, Harschdeckel oder windgepresster Triebschnee, die Crossblades spuren. Dabei kann man auch recht steile Hänge befahren – wir wagten uns mit der Zeit und etwas Übung auch Steilhänge hinunter. Einzig sehr harte oder eisige Hänge sind mit den Crossblades nicht unser Favorit – hier fehlt ihnen aufgrund der kurzen Länge vor allem die Ruhe. Der Hersteller bestätigt das und empfiehlt sie im leichten Pulverschnee, Firn oder auf weichen/griffigen Pisten.

Die Inventra Crossblades haben Kanten, die beim Abfahren sehr hilfreich sind. Durch ihre Wannenform aber sind dem Carven oder Traversieren Grenzen gesetzt – berührt man beim Carven oder Traversieren mit dem Deck den Hang, rutschen die Crossblades weg. So schnell, wie eben Kunststoff auf Schnee rutscht. Für den Aufstieg auf hartem Schnee bzw. steile Traversen eignen sich die Crossblades schon deswegen nicht, da sie keine Harscheisen und auch keine Frontzacken haben.

Update: Es sind nun auch Harscheisen für die Crossblades erhältlich.

Als die Inventra Crossblades geliefert wurden, kam ein recht grosses Paket – die breiten Kurzski haben nicht gerade ein kleines Packmass. Man kann sie durch die Magnete an der Unterseite sehr gut aneinanderheften, gross und eher unhandlich bleiben sie aber trotzdem. Die Crossblades am Rucksack zu befestigen (z.B. für Aufstieg im Frühjahr mit Bergschuhen und anschliessende Abfahrt), ist aufgrund des Packmasses und Gewichts nicht wirklich eine Option. Die separate Tragetasche ist für den Transport sehr hilfreich.

Tourenski oder Schneeschuhe ersetzen die Inventra Crossblades nicht – der Einsatzbereich der Crossblades ist kleiner. Alles geht eben nicht. Aber sie machen Spass! Für einfache Aufstiege und rassige Abfahrten sind die kurzen Tourenskiwannen wunderbar. Es braucht aber Kenntnisse im Skifahren und wir bevorzugen die Hardboot-Version, für die man auch Tourenskischuhe braucht. Ob man für diesen Spass bereit ist, mehr als 500 Franken auszugeben, muss jeder selber entscheiden. Es handelt sich eben um eine Neuentwicklung und kleine Stückzahlen – daher vermutlich der Preis. Wer einen Kauf erwägt, dem empfehlen wir die Crossblades davor zu testen – Inventra nennt Verleihstationen und führt auch Test-Events durch.

Preis

Die Inventra Crossblades mit Hardboot-Bindung kosten 559 CHF, mit Softboot-Bindung 599 CHF.

Händlersuche/Storefinder

Links

Hersteller Inventra Crossblades

Auskunft und Vertrieb über Inventra AG

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