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7 / 10 Bewertung
PRO
  • vielseitig einsetzbar
  • extrem robust
  • gutes Tragesystem
  • sehr gute Befestigungsmöglichkeiten/Skitragesystem
  • durchdachtes, sehr gutes Handling
CONTRA
  • steht nicht/kein gerader Boden
  • keine Angaben zu Umwelt/Nachhaltigkeit
  • Preis entspricht auch High-End
Testurteil
Der Mammut Trea Nordwan ist ein Alpinrucksack der Spitzenklasse. Er ist extra robust und insgesamt sehr vielseitig das ganze Jahr hindurch einsetzbar. Der schlichte Einkammerrucksack hat alles, was man als Alpinistin braucht, aber nicht mehr. Das Spezialgewebe sorgt für einen Spezialpreis … der leider auch Spitzenklasse ist.
Funktion8.1
Qualität/Verarbeitung8
Gewicht/Packmass6.8
Umwelt/Nachhaltigkeit5
Preis-Leistung7.2

Fakten

Mammut Trea Nordwand, Farbe dark cyan, Volumen 32 l, Artikelnummer 2510-02551-5611

  • Gewicht: 1216 g nachgewogen (1230 g laut Hersteller)
  • Material: Nylon-UHMWPE-Fasermix (Nylon Robic® UHMWPE mit Cordura® und Dyneema®)

Angaben vom Hersteller:

Eine Festung von einem Rucksack: Der komplett aus ultra robustem, UHMWPE-Faser verstärktem Aussenmaterial hergestellte Alpinrucksack wiedersteht harten Granitwänden am Besten. Einfaches Handling dank einer Deckelschnalle und fix angenähtem Deckel.

  • V-Rahmen Alu 6 mm für gute Lastübertragung bei hoher Bewegungsfreiheit, anpassbar
  • Extrem robustes Gewebe bestehend aus Nylon-UHMWPE-Fasermix. Der Einsatz von hochfesten Fasern verleiht dem Material äusserst gute Schnitt-, Reiss- und Abriebfestigkeit
  • 2 solide Eispickel-Halterungen
  • 4 frontale Befestigungsschlaufen für Material wie Helm oder Mammut®-Steigeisentasche
  • Kompressionsriemen seitlich oder frontal spannbar
  • Trinksystem kompatibel
  • Seitliche Skibefestigung
  • Deckel mit Innen- und Aussentasche
  • 3-Punkt-Abseilfixierung
  • Abnehmbare Hüftgurtpolsterung (CONVERTIBLE System)
  • Rückensystem: MOTION V Frame™
  • Optimal geeignet für klassische Hochtouren, Eis- und Mixedklettern, Expeditionen, Big Wall Climbing; geeignet für Skitouren, Mehrseillängentouren
  • Made in Philippines

Praxistest Mammut Trea Nordwand

Den Mammut Trea Nordwand habe ich auf Skitouren, Schneeschuhtouren, Hochtouren und alpinen Klettertouren getestet. Auch zum Klettern oder Eisklettern hatte ich den Rucsack dabei, aber nur für den Zusteig.

Der Mammut Trea Nordwand ist ein Alpinrucksack in seiner pursten Form. Leicht, recht schlicht in der Ausstattung, sehr robust. Wobei das «sehr» fast untertrieben ist. Das Material des Tourenrucksacks ist sicherlich eine Besonderheit. Ultrahochmolekulargewichtiges Polyethylen (Markenname Dyneema) wird mit Polyamid (Markenname Nylon und auch Cordura hat viel Polyamid drin) zu einer Faser verbunden. Das macht den Rucksack robust – mit dem Mammut Trea Nordwand kann man gut und gerne ein Geröllfeld nach unten rutschen. Das ist beruhigend. Aber hat auch seinen Preis. Und der ist verdammt hoch.

Der Mammut Trea Nordwand überzeugt mit einem schlichten Tragesystem. Innen verborgen, sorgt ein V-Rahmen aus Aluminiumstreben für Stabilität und eine gute Lastenübertragung. Die Streben sind anpassbar – einfach verbiegen. Der Trea Nordwand eignet sich sehr gut für meinen doch eher langen Rücken – alles ist sehr gut einstellbar und der Alpinrucksack Mammut Trea Nordwand dadurch gut anpassbar. Für den Pickel hat es am Rücken auch Platz – die Polsterung ist so designt, dass er gut dazwischen passt. Praktischerweise haftet auch Schnee im Winter kaum am gepolsteren Rücken. Der Hüftgurt ist angehm gepolstert und trotzdem leicht und flexibel. Man kann ihn auch ganz abnehmen.

Hervorzuheben ist die praktische Deckeltasche des Mammut Trea Nordwand. Zum einen sorgt der festangenähte Deckel für eine einfache und angenehme Bedienung. Der Deckel verhakt sich nicht, rutscht nicht zur Seite oder fällt weg, hat keine Riemen, die man ständig nachziehen muss. So sollte es sein. Zum anderen hat er eine Innentasche, die durch ihr transparent-beschichtetes Netzmaterial für gute Übersicht und sehr guten Schutz sorgt.

Am Mammut Trea Nordwand lassen sich alle alpinen Spielsachen befestigen, die man so braucht: Ski, Pickel und Eisgeräte, ein Seil unter dem Deckel, zur Not auch Stöcke oder Helm. Die Pickelhalterung ist klassisch, aber gottseidank ohne die derzeit in Mode gekommenen Plättli. Für Steigeisen braucht es entweder eine separate Tasche aussen oder man packt sie gleich in den Rucksack. Alles andere hat er nicht – was nicht an einen Alpinrucksack gehört, hat auch beim Trea keinen Platz. Wer also Seitentaschen oder Stretchfächer sucht, sollte sich einen anderen Rucksack suchen. Einfach clever sind aber zum Beispiel die Kompressionsriemen. Mit ihnen kann man wie gewohnt die Seiten komprimieren, aber sie auch über den ganzen Rucksack spannen und miteinader verbinden. Dazu braucht es so wenig, bringt aber so viel! Wunderbar. Ein Trinksystem lässt sich im Mammut Trea Nordwand unterbringen. Vielmehr Bling-bling hat er aber nicht.

Was am Mammut Trea Nordwand nervt, ist, dass er nicht steht. Einmal abgesetzt, muss man ihn anlehnen oder hinlegen. Das kommt durch den sehr konturierten, nach unter schmaler werdenden Schnitt. Der hat aber zu wenig Vorteile gegenüber einem flachen Boden, durch den der Kletterrucksack deutlich angenemer im Handling wäre.

Zum Thema Nachhaltigkeit oder Recycling lässt sich nichts finden – da der Rucksack auf einen Materialmix setzt, ist er nicht sortenrein, was die Wiederverwertung umso schwieriger macht. Auch zu den Produktionsbedingungen etc. gibt es beim sonst so transparenten Hersteller (Mammut ist Mitglied der Fair Wear Foundation) null Infos.

Der Mammut Trea Nordwand ist insgesamt ein Bollwerk von einem Rucksack, dabei aber vergleichsweise gut im Gewicht. Die Verarbeitung überzeugt. Ein letztes Wort noch zum Design, denn den Rucksack gibt es nur in der Farbe blau-weiss mit orangenen Details. Mir gefallen Design, Farbe und Form. Aber die Farbe gefällt nicht jedem und passt auch nicht zu allem.

Preis

Der Mammut Trea Nordwand kostet 320 CHF.

Händlersuche/Storefinder

Links

Hersteller Mammut

Auskunft und Vertrieb über Mammut

About The Author Lea Balmer