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5.8 / 10 Bewertung
PRO
  • beleuchtet andere Aspekte des Exrembergsteigens
CONTRA
  • negative Darstellung von Extrembergsteiger
  • einseitige Darstellungen in den zusammengefassten Biographien
Testurteil
Das Buch «Zwischen Flow und Narzissmus» setzt sich mit der Psychologie des Bergsteigens auseinander. Manfred Ruoss beschreibt das extreme Bergsteigen als eine Sucht von oft instabilen Persönlichkeiten.
Struktur/Aufbau5
Preis-Leistung6
sprachlicher Stil6.5
Qualität6.6
Umwelt/Nachhaltigkeit5

Fakten

Zwischen Flow und Narzissmus, Die Psychologie des Bergsteigens, von Manfred Ruoss, Verlag Hans Huber, 2014, ISBN: 978-3-456-85448-9

  • Gewicht: 430 g nachgewogen
  • Anzahl Seiten: 282

Angaben vom Hersteller:

  • Was ist dran am Bergsteigen? Welche Faszination geht von diesem Sport aus? Was suchen Menschen, wenn sie sich in die Berge, an einen Kletterfelsen oder in die Kletterhalle begeben? Seit vielen Jahrhunderten steigen die Menschen auf die Berge. Oft genug begeben sie sich dabei in Gefahr und durchleiden kritische oder traumatische Situationen. Sie erleben Kälte, Sturm, Einsamkeit, aber auch Ruhe, Erhabenheit und Entrücktsein vom Alltäglichen. Doch was treibt die «Eroberer des Nutzlosen» (Reinhold Messner) im Innersten dazu an, auf die Berge zu steigen?
  • Das Buch ist eine glänzend geschriebene Auseinandersetzung eines Psychologen und Bergsteigers mit dem Phänomen des Bergsteigens unter psychologischen Aspekten. Er geht im ersten Teil auf die psychologischen Aspekte des «normalen» Bergsteigens ein, das vor allem durch Flow- und Naturerleben motiviert ist, aber auch von ausgeprägtem Leistungsdenken bewegt sein kann. Im zweiten Teil analysiert der Autor das Extrembergsteigen seit seiner Entstehung bis heute. Dabei kommt er zu sehr deutlichen Ergebnissen: Fast alle der berühmten Extremkletterer durchlitten schwierige und von Missbrauch oder Vernachlässigung geprägte Kindheiten und ihr Leben und Handeln als Erwachsene weist sehr deutliche Anzeichen narzisstischer Persönlichkeitsstörungen auf.

Praxistest Zwischen Flow und Narzissmus

Das Buch «Zwischen Flow und Narzissmus» fängt mit Theorien über das Bergsteigen an. Der Autor Manfred Ruoss scheint hier in seinem Element zu sein. Dieser Abschnitt ist für mich als Nicht-Psychologe aber zu lang und mühsam zu lesen. Der Theorieabschnitt wird immer wieder durch Bergsteiger-Geschichten untermauert. Diese Geschichten lockern den ersten Abschnitt auf und sind angenehm zu lesen.

Im zweiten Abschnitt von des Buches «Zwischen Flow und Narzissmus» werden vom Autor Manfred Ruoss verschiedene Biographien von namhaften Bergsportlern erzählt. Dabei wird die Quelle angegeben und auch die Seitenzahl der Zitate. Bei den Biographien wird nach Verhaltensmustern der Bergsteiger gesucht und diese werden kommentiert. Die Parallelitäten der Weltklasse-Bergsteiger sind interessant dokumentiert. Einige der zitierten Biographien habe ich selbst gelesen. Oft war ich aber mit der Meinung von Manfred Ruoss nicht einverstanden und finde, dass er gewisse Tatsachen so ins Licht rückt, dass es gut in seine Theorien passt. Beispielsweise hatte ich beim Buch «Psychovertikal» von Andy Kirkpatrick nie das Gefühl, dass es ihm wichtig ist, der beste Bergsteiger der Welt zu sein. Er versucht sich vielmehr mit den Besten zu messen, schätzt seine Leistung selbst jedoch eher bescheiden ein. Dagegen finden sich oft Wiederholungen, die in das Muster hereinpassen. Generell bekommt man von Extrembergsteigern so ein negatives Bild vermittelt. So sind Sätze zu finden wie: «Zum Zeitpunkt, da ich dieses Buch schreibe, ist Andy Kirkpatrick, britischer Bergsteiger, Jahrgang 1971, nach den mir zur Verfügung stehenden Informationen am Leben». Klar, dass jeder Alpinist der sich an den Grenzen bewegt, ein erhöhtes Risiko eingeht. Was jedoch der Autor mit solchen Zitaten zu beabsichtigen versucht bleibt mir verschlossen?

Auch wenn das Buch «Zwischen Flow und Narzissmus» zum Denken anregt, konnte es mich nicht begeistern. Für Psychologie-Interessierte ist es eventuell zu empfehlen. Aber sonst ist es wenig lesenswert.

Preis

Das Buch Zwischen Flow und Narzissmus kostet 35.50 CHF.

Links

Verlag Hans Huber Verlag


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