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Mit der Sendung “Hüttegschichte” auf SRF 1 wurde der Beruf Hüttenwart einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Ob es wohl daran liegt, dass der Hüttenwartskurs von SAC und dem Verband der Schweizer Hüttenwarte regelrecht gestürmt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Als ich 2014 den Hüttenwartskurs besuchte, wurden aufgrund des grossen Andrangs zwei Kurse durchgeführt.

Im Hüttenwartskurs geht es nicht, wie man jetzt annehmen könnte, hauptsächlich ums Kochen sondern um die ganzen Fragen rundherum. Betriebswirtschaft, Ökologie, Hygiene, Zusammenarbeit mit Tourismusverbänden bis hin zu erster Hilfe und Fragen rund um Solarenergie und Abwasserreinigung werden behandelt. Wobei einzelne Themen nur gestreift werden können, da der Kurs ansonsten mehrere Jahre dauern würde. Auf der Hütte selber ist dann eher “learning by wurstling” angesagt. Durchbeissen, nachfragen und improvisieren. Das lernt man nicht im Kurs und das ist auch gut so.

Einige jüngere Teilnehmer schauten während des Kurses schon ein wenig bedrückt drein, als es um Zahlen ging. So muss beispielsweise die Pacht oftmals im Voraus bezahlt werden, was schnell in die Zehntausende gehen kann und auch der erste Einkauf will finanziert sein. So wurde dann bereits im Kurs die Euphorie einzelner Teilnehmer arg gedämpft.

Nach dem Absolvieren des Kurses hat man jedenfalls so eine ungefähre Ahnung, was auf einen zukommen könnte und durch das obligatorische Praktikum auf einer oder auf mehreren Hütten, kann man sich auch ausmalen, ob einem das “Hüttenwarten” zusagt. Wobei man während dem Praktikum nicht das unternehmerische Risiko trägt oder miträgt. Diese Belastung habe ich persönlich auch etwas unterschätzt. Man ist sich als Staatsangestellter gewöhnt, dass am 25. der Lohn auf das Konto kommt und auf einmal fällt dies weg und man hat nur noch Zahlen und Kosten vor sich. Flüge müssen bezahlt werden, die Mitarbeiterin möchte nicht auf den Lohn verzichten und auch zu Hause wollen die Rechnungen bezahlt sein. Dies fiel mir am Anfang nicht leicht, aber man arrangiert sich mit der Situation und ich gewöhne mich langsam daran, dass diese Unsicherheit ein Teil meines Lebens ist.

Letzte Woche erschien in der Zeitung  “Zürcher Oberländer” ein Artikel über mich und meine Partnerin. Diesen möchte ich Euch nicht vorenthalten. Die Journalistin, welche mich vorgängig in der Hütte besuchte, hat exakt das wiedergegeben, was ich ihr an diesem Nachmittag erzählt habe und sie verfasste einen recht persönlichen Artikel über das “warum ein Polizist zum Hüttenwart wird”.

Beitrag_ZO


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