Fakten

Material: GORE-TEX® Technologie der W.L. Gore & Associates – verwendet in den neuen Scott Superguide Carbon und Dynafit Winter Guide GTX thermoverformbaren Skitouren-Schuhen.

Gore-Tex Skitourenschuhe von Dynafit und Scott

Ich konnte sie vorab testen, eine der Neuhieten des kommenden Winters: thermoverformbare Innenschuhe bei Skitouren-Schuhen, ausgestattet mit Gore-Tex.

Vielversprechend, da Gore-Tex eigentlich am besten im Winter bei tiefen Temperaturen und wenig Feuchtigkeit funktionieren sollte. Bestätigt wurde es bei einer Probe im April 2015. Mit zehn weiteren unabhängigen Teilnehmern konnte ich die Scott Skitourenschuhe zwei Tage lang testen. (Andere konnten die Dynafit Skitourenschuhe ausprobieren.) Das Testurteil war einstimmig: die neuen Schuhe halten das Versprechen! Auch wenn die Füsse wegen des Schwitzens unter sehr warmen Bedienungen nicht ganz trocknen bleiben, ist das Trocken-Gefühl deutlich höher als mit üblichen Skitourenschuhen bei allen Teilnehmern gewesen.

Die Grundlage der Entwicklung von Skitouren-Schuhen mit integrierter Gore-Tex Technologie waren ausgiebige Forschungen über mehrere Winter hinweg. Dazu wurden von der Firma Gore spezielle Datenlogger entwickelt (siehe Foto in der Fotogalerie), die während zahlreicher Skitouren die Wärme und Schwitzfeuchtigkeit an den Füssen der Tester aufzeichneten. Alles in winzigen Abmessungen. Gleichzeitig wurden die Tester während dieser Touren mit tragbaren Spiroergometrie-Geräten auf ihre Leistungsfähigkeit hin überwacht.

Bei Scott werden die neuen Gore-Tex Innenschuhe beim Modell Superguide Carbon eingesetzt. Sie sind eine Weiterentwicklung des Skitourenschuhs Cosmos II. Die Schuhe existierten leider noch nicht in meiner 45’er Schuhgrösse. Da aber die Form aber gleich bleiben wird, testete ich die neuen Gore-Tex-Innenschuhe (aus dem Superguide Carbon) mit den alten Aussenschuhen (Cosmos II). Die Super Guide Schale wird vor allem eine gemeinsame vierte Schnalle mit Strap haben, um den Druck auf das Schienbein besser zu verteilen. Die Schale wird zudem noch mit Karbon verstärkt. Nach Rücksprache mit anderen Teilnehmern, die mit der Superguide Carbon fahren konnten, kann man eine ähnliche Abfahrtperformance wie beim Cosmos II erwarten.

Bei Dynafit kommt der neue Innenschuh mit Gore-Tex beim Winter Guide GTX zur Anwendung. Ich hatte schon im Januar über Neue Dynafit Winter 2015 2016 Skitouren-Schuhe berichtet. Der Winter Guide GTX Schuh wurde in Zusammenarbeit mit der Internationalen Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV) entwickelt. Ein IVBV Label ist dementsprechend am Schuh angebracht. Der Innenschuh integriert eine Gore-Tex Membrane, die für Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit sorgt.

Atmungsfähigkeit ist die erfüllte Erwartung. Die Innenschuhe von beiden Herstellern sind entsprechend leicht und deswegen ist für mich die Isolationsfähigkeit für den tiefen Winter noch ein Fragezeichen? Bei aktiven Skitourengehern wird es aber sicher kein Thema werden.

Der Innenschuh von Dynafit entspricht dem Firmenprofil: leichte, aber eher anfälligere Ausführung des Innenschuhs. Dafür rundherum, auch für die Sohle, kommt perforierter Schaum zur Anwendung, was sicher eine hervorragende Atmungsfähigkeit sicherstellt. Wegen des kompletten perforierten Schaums dürfte die Isolationsfähigkeit kleiner als beim Scott Modell sein.

Bei Scott ist die Ausführung eher robust und man kann ohne Gedanken, die Innenschuhe auch als Hüttenschuhe verwenden. Verwendet wird perforierter Schaum nur im Vorderbereich und auf die Höhe des Fussknöchels. Die Innenschuh-Sohle ist bei Scott dicht ausgeführt und verhindert eher das Abtrocknen der Fusssohle.

Feuchte, heisse Füsse in einem Gore-Tex Wanderschuh kriegt man im Sommer (während die Füsse im Bach baden) wieder trocken. Feuchtigkeit sollte von der warmen Seite (Fuss, Dampf) durch die Gore-Tex Membrane zur kalten Seite aus dem Schuh treten. Einmal flüssig kommt die ausgetretene Feuchtigkeit, dank der Gore-Tex Membrane, nicht mehr hinein. Am Ende der Tour tauchte ich den Innenschuh von Scott 10 Minuten in einem Brunnen – er war nicht ganz dicht. Immerhin trug er sich danach noch recht angenehm.

Fotos: Michael Pröttel und Jorgen Tscheng

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