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Buchrezension Sehnsucht nach den grünen Höhen
6.5 / 10 Bewertung
PRO
  • reich bebildert
  • gelungenes Konzept („literarische Wanderungen“)
  • schön formulierte Wanderbeschreibungen
  • sehr viele interessante historische und literarische Hintergrundinformationen
  • breites Spektrum von bekannteren und unbekannteren Schriftstellern
  • jeweils am Schluss der Beschreibung übersichtliche Doppelseite mit Toureninfo
CONTRA
  • Gewicht (zu schwer zum Mitnehmen)
  • Wanderungen meist recht nahe der Zivilisation
  • ungenaue Karten
  • fehlende Gesamtübersicht über alle Wanderungen mit Zeitangaben
  • Layout (etwas unübersichtlich und altbacken)
Testurteil
Der literarische Wanderführer des Rotpunktverlags Sehnsucht nach den grünen Höhen von Christa und Emil Zopfi beschreibt 17 Wanderungen zwischen Pfannenstil, Churfirsten und Tödi. Zu jeder Tour werden literarische Bezüge gemacht und einige Schriftsteller vorgestellt. So wird der Wanderer nicht nur durch ausgewählte Landschaften in den Zürcher, Glarner und St. Galler Voralpen geführt, sondern auch durch das Leben und Schaffen von über 50 Schriftstellern.
Struktur/Aufbau7.1
Preis-Leistung7
sprachlicher Stil8
Qualität5
Umwelt/Nachhaltigkeit5.5

Fakten

Sehnsucht nach den grünen Höhen, Literarische Wanderungen zwischen Pfannenstiel, Churfirsten und Tödi, Autoren: Christa und Emil Zopfi,

  • 1. Aufl. 15.09.2014
  • 416 Seiten
  • 20,4 x 13,5 cm
  • GPX-Datei zum Buch
  • Flexcover
  • ISBN 978-3-85869-621-2

Angaben vom Verlag:

  • Literatur erwandern und erleben – Wo Anna Göldin zur Richtstätte schritt, wo Max Frisch in einen Bergbach fiel, wo Jakob Stutz eine Dichterschule führte, wo Siedler ein Gottesreich auf Erden errichten wollten, wo eine Walserin aus dem Calfeisental mit einem Kuss ihr Glück verscherzte, wo Ludwig Hohl auf wilden Klettereien den Ruf zum Dichter empfing, wo Tim Krohns Vreneli auf dem Gletscher »Blüemli bislete«: An diesen und weiteren Orten kommen wir vorbei, wenn wir Hügel, Täler, Ebenen, Seeufer und Berggebiete zwischen Schnebelhorn, Churfirsten und Tödi auf den Spuren von Autorinnen und Autoren durchstreifen.
  • Dabei erleben wir ihre Geschichten, Empfindungen und Erinnerungen auf Schritt und Tritt. Zum Beispiel auf einem Spaziergang über den Pfannenstiel, einer Rapperswiler Stadtwanderung, auf Wanderwegen über die Zürcher Oberländer Höhen, Sagenpfaden im Sarganserland oder steilen Aufstiegen in den Glarner Bergen.
  • Die siebzehn literarischen Wanderungen mit Bezügen zu über fünfzig Autorinnen und Autoren sind alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, die meisten sind Tageswanderungen, können aber zu zwei- oder dreitägigen Touren verbunden werden.

Buchrezension Sehnsucht nach den grünen Höhen

Das Wochenende naht und die Wandersaison neigt sich dem Ende zu. Noch einmal überkommt mich die Sehnsucht nach den grünen Höhen und so konsultiere ich den gleichnamigen Wanderführer von Christa und Emil Zopfi.

Sehr übersichtlich ist das Buch nicht, wenn es darum geht, sich rasch für eine Tour zu entscheiden. Nur die Karte im Einband gibt einen Überblick über alle 17 Wanderungen; die Höhenangaben und Gehzeiten müssen auf den 411 Seiten dann erst mal gefunden werden.

Dafür wecken die vielen Fotos beim Durchblättern mein Interesse. Wer ist Fritz Lendi? Was hat Hans Christian Andersen in der Schweiz gemacht? Was ist wohl Eveline Halsers Lieblingsberg? Sehnsucht nach den grünen Höhen ist weit mehr als ein Wanderführer. Das Buch stellt nebst 17 Wandrungen zwischen Pfannenstiel, Tödi und Churfirsten über 50 Schriftsteller vor, die in irgendeiner Beziehung zu den beschriebenen Touren stehen. Nebst interessanten Informationen zum Leben der Autoren werden passende Textpassagen aus ihren Werken zitiert.  Dieser Ansatz gefällt mir – als passionierte Leserin und Wanderin – sehr.

Ich entscheide mich schliesslich einfach der Reihe nach vorzugehen und mit der Wanderung 1 zu beginnen. Es ist ein längerer Spaziergang am Pfannenstiel. Die Doppelseite mit den Toureninfos hilft mir bei der praktischen Planung. Nebst Höhenprofil und einer (leider recht groben) Karte finden sich alle üblichen Angaben und sogar Empfehlungen zur besten Jahreszeit, Einkehrmöglichkeiten und Alternativrouten. Die Wanderung entpuppt sich als wunderschöner Streifzug durch die nahen Wälder, Dörfer, Tobel und Wiesen direkt vor den Toren der Stadt. Ich bin erstaunt über die neuen Wege, die ich auf Zürichs Hausberg entdecke und freue mich über die abwechslungsreiche Streckenführung. Ein besonderer Genuss ist es, den Wanderführer Sehnsucht nach den grünen Höhen auf einem sonnigen Bänklein hervor zunehmen und noch einmal nachzulesen, was Max Frisch über die Landschaft meint, die da vor mir liegt, grad genau so wie er sie beschreibt … Schade nur, dass das Buch so schwer ist! Aber zuhause lassen wollt ich es dann doch nicht. Denn Christa und Emil Zopfi schaffen es an diesem Sonntagnachmittag tatsächlich, mein Sehen zu schärfen und meinen Eindruck von der Landschaft, die ich durchwandere, zu vertiefen.

Die anderen beschriebenen Touren sind vermutlich ähnlich; längere Spaziergänge bis leichtere Bergwanderungen (T1 und T2) und leider nie ganz fern von der Zivilisation. Bestimmt machen die sorgfältig recherchierten  Hintergrundinformationen und literarischen Häppchen aber auch diese Touren zu einem äusserst mussevollen Erlebnis.

Ich freue mich schon das Buch bald wieder mal zur Hand zu nehmen um ein paar Ideen zu sammeln: Wanderideen oder jetzt im Winter zumindest ein paar Leseideen.

Preis

Das Buch Sehnsucht nach den grünen Höhen kostet 33.50 € oder 42 CHF.

Links

Verlag Rotpunktverlag

Auskunft über den Verlag


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