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Wann ist es passiert?

Am Sonntag, den 21. Februar 2016.

Wo ist es passiert?

Die Lawine ging auf dem Hohlaubgletscher (der von der Nordwand des Allalinhorns kommt) auf 2900 m Höhe ab. Die dortige Steilstufe liegt südlich der bekannten Britanniahütte. Der Hang hat die Exposition Ost und ist grösstenteils extrem steil: 40 bis/über 45 Grad.

Die Variantengruppe fuhr mit der Bahn bis Felsskinn und weiter Richtung Mittelallalin bis zur Haltestelle Stollenfenster. Von dort gelangten sie auf den Hohlaubgletscher. Die geplante Route führte von dort über den Hohlaubgletscher, unter dem Klein Allalin hindurch über eine Steilstufe (Lawine) dem Bach folgend über die Hintere Allalinweid ins Saastal und durch das zurück nach Saas-Almagell.

Das Anrissgebiet der Lawine liegt genau an der Geländekante der Steilstufe.

Eine Route verzeichnet die Skitourenkarte an dieser Stelle nicht wirklich – die Abfahrt Nummer 21 von der Britanniahütte ins Saaser Tal liegt 100-300 m nordöstlich davon in einem flacherem Gelände mit Exposition Süd.

Welche Gefahrenstufe war dort gemeldet?

Gefahrenstufe 2 mässig, alle Expositionen ab 2000 m.

Gefahrenbeschrieb: Mit starkem Wind entstanden Triebschneeansammlungen. Diese sind leicht auslösbar. Anzahl und Grösse der Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu.
Zudem können Lawinen auch in bodennahen Schichten ausgelöst werden und gefährlich gross werden. Diese Gefahrenstellen sind selten. Sie liegen vor allem an windgeschützten Schattenhängen sowie an Übergängen von wenig zu viel Schnee.

Eine vorsichtige Routenwahl und Entlastungsabstände werden empfohlen.

Was ist passiert?

Am 21. Februar 2016 gegen 9:45 Uhr, ereignete sich in der Region Allalin, Hohlaubgletscher ein Lawinenniedergang. Eine Person wurde verletzt. Eine Person verstarb.

Eine sechsköpfige Variantengruppe, mit Wohnsitz in der Region, beabsichtigte eine Abfahrt vom Mittel-Allalin / Stollenfenster über den Hohlaubgletscher in Richtung Saas Almagell zu unternehmen.

Beim Beginn des Steilhanges auf 2900 m löste sich plötzlich eine Lawine (zirka 300 Meter breit, 600 Meter lang) und riss sechs Skifahrer mit sich. Vier Personen konnten sich aus eigener Kraft befreien. Die zwei weiteren Personen wurden teil- und komplettverschüttet. Während der 49-jährige teilverschüttete Walliser Variantenfahrer leichtverletzt ins Spital von Visp überflogen wurde, musste der komplettverschüttete 36-jährige Walliser ins Inselspital nach Bern überflogen werden, wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

Eingesetzte Mittel: Rettungskolonne Zermatt und Saas Fee, 3 Helikopter Air Zermatt, Feuerwehr Saas, Regionalpolizei Saas, Kantonspolizei

Quellen: Kantonspolizei Wallis (Foto), SLF
Bild Karte Quelle: map.geo.admin.ch, Copyright geodata © swisstopo

Wichtige Hinweise

Die Daten (alle von Kantonspolizei/SLF/Rettung) können Fehler und Ungenauigkeiten enthalten – besonders kurz nach Unfällen sind die verfügbaren Informationen meist nur lückenhaft und relativ ungenau. Sobald genauere Informationen vorliegen, werden diese möglichst aktualisiert.

Der genaue Unfallhergang wird von der Polizei analysiert, was in der Regel mehrere Monate dauert. Die daraus resultierenden Erkenntnisse (z. B. genaue Unfallstelle, Unfallhergang) fliessen anschliessend in die Unfallberichte sowie die Unfalldatenbank des SLF sowie in die Übersicht der letzten 20 Jahre des SLF ein.

Leider ist es ein sehr trauriger Anlass, diese Zeilen zu schreiben. Aus Respekt gegenüber den Verunfallten ist uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir hier nur Fakten/Informationen liefern wollen. Und keinerlei Schuldzuweisungen, Mutmassungen oder Vermutungen anstellen. Jeder muss sich sein eigenes Bild machen. Informationen können helfen, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen (Ziel Prävention).

Den Angehörigen und Familien der Verunglückten möchten wir mitteilen, dass wir Ihren Verlust zutiefst bedauern und sprechen unser aufrichtiges Mitgefühl aus.


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