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Wann ist es passiert?

Am Samstag, den 30. Januar 2016.

Wo ist es passiert?

Die Lawine ging unterhalb des Davos Monsteiner Büelenhorn 2808 bzw. 2807.60 m ab – zu unterschieden vom Büelenhorn zwischen dem Flüela- und Dischmatal.

Der Hang hat die Exposition Nord-Ost und das Anrissgebiet liegt auf ca. 2760 m. Das entsprechende Gebiet befindet sich unterhalb des Gipfelgrates.

Das Büelenhorn gilt als ausnehmend schöner Skiberg mit lohnender Abfahrt und packender Sicht ins Gebiet der Bergünerstöcke.

Typischerweise erreicht man das Büelenhorn von Davos-Monstein aus – SAC Skitourenroute 516a, WS+. Die Route führt dem Alpweg folgend über Inneralp in den Kessel von Büelen und dann gegen Südwesten und Westen zunehmend steiler ansteigend auf den Grat, den man südwestlich von Punkt 2706 erreicht. Über den Grat erreicht man anschliessend den Gipfel.

Kurz vor dem Grat, den man in einem Bogen erreicht, muss eine Steilstufe überwunden werden. Der Skitourenführer Graubünden Süd (SAC Verlag) warnt: «Der steile, nach NE gerrichtete Schlusshang bedarf sicherer Verhältnisse (30-35° auf 250 Hm).»

Welche Gefahrenstufe war dort gemeldet?

Gefahrenstufe 3 erheblich, Exposition NW über N bis E ab 2200 m.

Gefahrenbeschrieb: In Graubünden gebietsweise erhebliche Lawinengefahr

Im unteren Teil der Schneedecke sind ausgeprägte Schwachschichten vorhanden. Lawinen können von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden, vor allem im selten befahrenen Tourengelände. Besonders heikel sind Übergänge von wenig zu viel Schnee. Lawinen können in bodennahen Schichten anreissen und gefährlich gross werden. Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke können auf die Gefahr hinweisen. Touren und Variantenabfahrten erfordern Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr und Vorsicht.

Was ist passiert?

Am Samstag, kurz nach Mittag, sind am Büelenhorn drei Tourenskifahrer von einer Lawine verschüttet worden. Eine Person ist dabei verstorben.

Der 49-jährige Schweizer Tourenskifahrer war alleine im Aufstieg zum Büelenhorn unterwegs. Er lief ca. 100 Meter hinter einer Zweiergruppe, als sich oberhalb eine Lawine löste. Alle drei wurden von der Lawine verschüttet.

Die beiden Tourenskifahrer, welche gemeinsam unterwegs waren, konnten sich aus den Schneemassen befreien. Beide blieben unverletzt. Sie meldeten den Rettungskräften sofort, dass noch eine Person unauffindbar verschüttet sei und begannen den Verschütteten zu suchen. Sie konnten den mit einem Lawinenverschüttetensuchgerät ausgerüsteten Tourenfahrer orten und bergen und begannen mit der Reanimation.

Beim Eintreffen der Rega konnte trotz sofortiger medizinischer Hilfe nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden.

Der Unfallhergang wird durch Spezialisten der Kantonspolizei Graubünden zusammen mit der Staatsanwaltschaft untersucht.

Nur wenige Kilometer entfernt ereignete sich am Samstagnachmittag ein zweiter Lawinenunfall, glücklicherweise ohne tödliche Folgen. Ein 36-jähriger italienischer Tourenskifahrer war mit einer mehrköpfigen Tourengruppe via Ducangletscher unterwegs. Beim Aufstieg löste sich oberhalb von ihm ein Schneebrett und riss den Mann mit. Er wurde bis zu den Hüften verschüttet. Die anderen Tourenteilnehmer wurden vom Schneebrett nicht betroffen. Der Tourenskifahrer verletzte sich an einem Knie und an der Hüfte und wurde mit der Rega ins Spital Davos geflogen. Dieses konnte er gleichentags wieder verlassen.

Quellen: Kantonspolizei Graubünden (Foto), SLF
Bild Karte Quelle: map.geo.admin.ch, Copyright geodata © swisstopo

Wichtige Hinweise

Die Daten (alle von Kantonspolizei/SLF/Rettung) können Fehler und Ungenauigkeiten enthalten – besonders kurz nach Unfällen sind die verfügbaren Informationen meist nur lückenhaft und relativ ungenau. Sobald genauere Informationen vorliegen, werden diese möglichst aktualisiert.

Der genaue Unfallhergang wird von der Polizei analysiert, was in der Regel mehrere Monate dauert. Die daraus resultierenden Erkenntnisse (z. B. genaue Unfallstelle, Unfallhergang) fliessen anschliessend in die Unfallberichte sowie die Unfalldatenbank des SLF sowie in die Übersicht der letzten 20 Jahre des SLF ein.

Leider ist es ein sehr trauriger Anlass, diese Zeilen zu schreiben. Aus Respekt gegenüber den Verunfallten ist uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir hier nur Fakten/Informationen liefern wollen. Und keinerlei Schuldzuweisungen, Mutmassungen oder Vermutungen anstellen. Jeder muss sich sein eigenes Bild machen. Informationen können helfen, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen (Ziel Prävention).

Den Angehörigen und Familien der Verunglückten möchten wir mitteilen, dass wir Ihren Verlust zutiefst bedauern und sprechen unser aufrichtiges Mitgefühl aus.


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