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15 Minuten hat man im Schnitt, um einen Verschütteten mit guten Überlebenschancen aus einer Lawine zu bergen. Auf der ISPO 2012 stellten die Schweizer von Rotauf erstmals ihr neues Produkt vor, um die Bergungszeit zu verkürzen. Und bekamen dafür einen ISPO Brand New Award. Die Idee gleicht dem des Lawinenballs, der ein einfaches und schnelles Auffinden von Lawinenverschütteten ermöglichen soll.

Im Unterschied zum Lawinenball wird der Ball aber nicht durch eine Feder entfaltet, sondern mit Luft wie ein Ballon aufgeblasen. Dieser ist in einem Modul untergebracht (genannt MRK5). Bei einem Lawinenabgang greift man den Handgriff und wirft das Modul von sich weg. Durch das Abreissen des Moduls wird der Zündvorgang ausgelöst. Ein signalfarbener Schwimmkörper bläst sich auf und treibt nach kurzem Mitschwimmen gut sichtbar auf der Lawine. Es funktioniert also nach dem Prinzip der inversen Segregation (wie beim Lawinen-Airbag auch).

Der Ball ist mit einer Schnur mit dem Verschütteten verbunden. Die Lage des Verschütteten soll damit schnell erkennbar sein, die Suchphase im besten Fall entfallen. Das verkürzt die Bergungszeit. Man muss nur den Ball finden und die Schnur führt einen zum Verschütteten, den man entweder sondiert oder direkt ausgräbt.

2 Videos zum System gibt es auf Youtube.

Gedacht ist das Rotauf-System als Ergänzung zur Standard-Lawinenausrüstung. Es ist kein Ersatz und es kann eben auch keine Verschüttung verhindern, im Gegensatz zum Airbag. Dafür ist es aber leicht, handlich, klein und vergleichsweise günstig.

Das Modul befindet sich dabei in einem Halter oder Halfter (genannt HLT5). Den Halfter kann man am Rucksack oder am Hosenbein gut gesichert anbringen. Nach der Auslösung muss das Modul ersetzt werden. Grundsätzlich planen die Jungs von Rotauf, das System vor allem in Bekleidung und Rucksäcke anderer Marken zu integrieren. Mit verschiedenen Herstellern sind sie nach der ISPO nun im Gespräch. Daneben wird es aber auch eine Version geben, die sie direkt verkaufen werden.

Ein Modul wiegt ca. 150 g und ist nur 3x5x13 cm gross. Ab Winter 2012/2013 soll das System erhältlich sein.

Die Marke Rotauf selber sitzt in Chur. Dahinter stecken zwei Tüftler. Curdegn Bandli ist Dipl. Masch. Ing. ETH und Remo Frei ist Dipl. Designer. Für die beiden Innovatoren ist das nicht der erste ISPO Award. Mehr zu ihrer Firma findest Du auf www.flinkgmbh.com

Update: Wir haben das Rotauf-System getestet – den Testbericht findest du hier: Test: Lawinenboje Rotauf HLT5 & MRK5


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