Test Icebreaker Sierra Plus Hood

Icebreaker Sierra Plus Hood 03
Test Icebreaker Sierra Plus Hood
5.5 / 10 Bewertung
PRO
  • gute Verarbeitung
  • schönes Design
CONTRA
  • Hybridkonzept geht nicht auf
  • sehr winddurchlässig
  • trocknet sehr langsam
  • schwer
  • Packmass
  • relativ teuer
Testurteil
Der Icebreaker Sierra Plus Hood sieht gut aus. In Sachen Funktion aber muss man zu grosse Abstriche machen. Auch das Hybird-Konzept mit Polyester-Verstärkungen überzeugt in dieser Form nicht. Der Einsatzbereich beschränkt sich auf Freizeit oder Alltag.
Funktion4.8
Qualität/Verarbeitung6.5
Gewicht/Packmass5.6
Umwelt/Nachhaltigkeit7
Preis-Leistung3.8

Fakten

Icebreaker Mens Sierra Plus Hood (oder auch Sierra+ Hood Men), Farbe: Largo, Grösse: M, Artikelnummer: 100533J91

  • Gewicht: 625 g nachgewogen (keine Herstellerangaben)
  • Material: 100 % Merinowolle, 260 g/m²; Ärmel und Kapuze aus 100 % Polyester

Angaben vom Hersteller:

Icebreaker Realfleece ist die beste natürliche Alternative zu Fleece-Jacken aus Kunstfasern. Und auf diesen Winter wird das Einsatzspektrum des Produkts erneut erweitert. Das neue Realfleece Sierra+ Hood ist mit einer Nano-Beschichtung veredelt, die der Merinojacke stark wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften verleiht. Der Hoody widersteht dadurch leichtem Regenfall und Nieselregen, ist jedoch nicht komplett wasserdicht. Dafür ist er im Gegensatz zu Regenjacken enorm wasserdampfdurchlässig und bietet höchsten Tragekomfort. Darüber hinaus schützen die strategisch angebrachten Softshell-Einsätze die empfindlichen Körperteile wie Kopf, Schultern, Arme und Nieren vor Auskühlung durch Wind.

Für Mensch und Natur ist die vom unabhängigen Institut Bluesign (www.bluesign.com) geprüfte Nano-Behandlung unbedenklich.

  • erhältlich in den Grössen: S – XXL
  • Sonnenschutz: 50+ UPF

Praxistest Icebreaker Sierra Plus Hood

Das Icebreaker Sierra Plus Hood habe ich im Herbst und Winter auf Wanderungen, Ski- und Schneeschuhtouren getestet. Grundsätzlich ist das Icebreaker Sierra Plus Hood ein Hybrid-Konzept. Da eine Jacke aus Merinowolle alleine wenig Wetterschutz bietet und auch wenig strapazierfähig ist (z.B. Reibung durch Rucksack), wurde die Jacke entsprechend “gepimpt”. Zum einen ist sie mit einer Nano-Beschichtung veredelt. Das soll sie wasser-, wind- und schmutzabweisend machen. Diese ist unsichtbar. Die Jacke ist wasserabweisend, ja. Windabweisend aber würde ich sie nicht nennen. Der Wind pfeift durch die Jacke voll durch. Zum zweiten hat sie Verstärkungen aus Polyester, was sie eben robuster machen soll.

In diesem Hybrid-Konzept liegt die Innovation dieser Jacke. Und für mich gleichzeitig der Haken. Das Naturmaterial Wolle hat eben Nachteile, die hier durch eine Beschichtung und Kunststoff wett gemacht werden sollen? Wenn schon hätte man die Realfleece-Merinowolle durch ein natürliches Material wie eine dicht gewebte Baumwolle (G-1000® oder  Etaproof®) verstärken sollen. Das wäre genauso funktionell und passender für ein nachhaltiges Material und Ansinnen. In Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit vernichten die Aplikationen aus Polyester das Gesamturteil. Schade. Zudem sind die Verstärkungen nicht an den richtigen Stellen der Jacke angebracht. Die Jacke pillte schnell an gewissen Stellen.

Der Schnitt überzeugt mich nicht und ist ein wenig zu sackartig. Die Kapuze zu knapp an den Seiten. Die Taschen sitzen bei Verwendung eines Rucksacks zu tief. Streckt man die Arme nach oben, behindert der Schnitt die Bewegungsfreiheit.

Das Material ist insgesamt nicht elastisch, sondern eher ein wenig fest und nicht wirklich angenehm im Griff. Feuchtigkeit nimmt die Jacke wahrlich sehr gut auf.  Leider gibt sie diese aber kaum wieder ab. Die Jacke saugt sich voll und bleibt nass. Sie trocknet sehr langsam.

Die Verarbeitung und das Design der Jacke sind sehr gut. Schön ist der verdeckte Reissverschluss der Brusttasche.

Gewicht und Packmass sind zu hoch, um die Jacke auf Touren mitzunehmen. Als funktionelle Jacke taugt die Icebreaker Sierra Plus Hood wenig. Auch zum Skifahren auf der Piste war sie für mich nicht ideal. Das alles kostet aber trotzdem einiges.

So testeten andere: Auch die Urteile auf der Website von Icebreaker zur Jacke sind sehr gemischt. Viele sind von der Jacke wenig überzeugt.

Preis

Der Icebreaker Sierra Plus Hood ist in der Schweiz erhältlich für 299.90 CHF.

Händlersuche/Store-Locator

Links

Hersteller Icebreaker

Auskunft und Vertrieb über den Hersteller

Funktion0
Qualität/Verarbeitung0
Gewicht/Packmass0
Umwelt/Nachhaltigkeit0
Preis-Leistung0

ÜBER DEN AUTOR

Rüdiger Bodmer

Rüdiger Bodmer testet Ausrüstung für ich-liebe-berge.ch – der ausgebildete Wanderleiter des Schweizer Bergführerverbands (SBV) sowie Wanderleiter mit eidg. Fachausweis führt professionell Touren. Im Winter leitet er Schneeschuhtouren im In- und Ausland. Dazu gibt der Lawinenexperte Kurse und Vorträge. Auch Kurse mit Zertifikat leitet er als Ausbildner des Swiss Mountain Training vom Schweizer Bergführerverband. Im Sommer leitet er Wanderungen, Alpinwanderungen, Wanderreisen und Trekkings. Viele seiner Touren führt er in Zusammenarbeit mit den Bergsteigerschulen Berg+Tal und Höhenfieber durch. Ehrenamtlich leitet er zudem Touren für den Schweizer Alpen-Club (SAC). Berge sind etwas Wunderbares für Rüdiger. Für ihn sind es Orte, denen er sich verbunden fühlt, an denen er sich wohlfühlt. Und davon gibt es einige. Er geniesst es draussen unterwegs zu sein. Privat ist er viel mit Schnee- und Wanderschuhen unterwegs, unternimmt aber gerne auch Skitouren, Hochtouren, geht Klettern oder Eisklettern und was man sonst noch so draussen anstellen kann. Als Guide will er aber vor allem eins – schöne Erlebnisse teilen und ein Stück seiner Begeisterung weitergeben. Bei seinen Touren legt er besonderen Wert auf die Sicherheit – neben einer guten Vorbereitung bildet er sich ständig weiter. Neben der Aus- und Fortbildung achtet er darauf, dass, wenn immer möglich, bei seinen Touren die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt und die Natur möglichst nicht beeinträchtigt wird. Über die Jahre hat Rüdiger ein grosses Interesse und Know-how im Bereich Ausrüstung entwickelt. Er hat ich-liebe-berge.ch gegründet.

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