Test POC Fornix Backcountry MIPS
6.5 / 10 Bewertung
PRO
  • sehr hoher Aufprallschutz dank patentiertem MIPS System
  • geringes Gewicht dank  leichter Konstruktion mit Aramid-Brücken
  • effektives Belüftungssystem
  • zusätzliche Belüftung der Skibrille
  • drei verschiedene Größen + stufenlose Feinjustierung
  • herausnehmbare und waschbare Polster
  • perforierte Ohrpolster zur besseren Wahrnehmung der Umgebung
  • Polygiene Ausrüstung gegen Geruchsentwicklung
  • Recco integriert
CONTRA
  • schwieriges Einstellen des Kinnverschlusses
  • Feinjustierung der Belüftung und des Kopfumfangs mit Handschuhen schwierig
Testurteil
Der Helm POC Fornix Backcountry MIPS ist ein sehr innovativer Helm mit jeder Menge technischen Highlights und einem bequemen Sitz. Er lässt sich sehr gut ein- bzw. verstellen, belüften und überzeugt mit seiner hohen Sicherheit.
Funktion7.7
Qualität/Verarbeitung8.2
Gewicht/Packmass5
Umwelt/Nachhaltigkeit5
Preis-Leistung6.8

Fakten

POC Fornix Backcountry MIPS, Farbe uranium black, Grösse 59-62 cm / XL-XXL, Artikelnummer 104611002XL-XXL

  • Gewicht: 512 g nachgewogen (450 g laut Hersteller)

Angaben vom Hersteller:

The Fornix Backcountry MIPS is a lightweight, aramid reinforced and well-ventilated helmet, based on the award-winning Fornix. The helmet is equipped with the patented MIPS system to reduce the rotational forces to the brain in case of an oblique impact.

The tensile strength of the aramid fiber is very high, and when bonded to the helmet structure, it allows energy to be dispersed over the entire bridge, giving the helmet better energy absorption.

The Fornix is generously ventilated and the size adjustment system makes it possible to customize the fit of the helmet to make sure it stays safe and comfortable in place.

  • MIPS technology (Multi-directional Impact Protection System)
  • In-mold helmet with EPS liner
  • aramid bridge reinforcements for structural stability and dispersion of impact energy
  • adjustable ventilation
  • Recco avalanche rescue system
  • Goggle vents that evacuate steam from your goggles
  • fixed goggle clip
  • size adjustment system for a comfortable and safe fit
  • color finish: shiny
  • sizes: XS-S, M-L, XL-XXL
  • certified: EN 1077-B, ASTM 2040

Praxistest POC Fornix Backcountry MIPS

Ich konnte den POC Fornix Backcountry MIPS Helm auf und abseits der Piste beim Snowboarden testen und möchte euch im Folgenden von meinen Erfahrungen berichten.

Der Helm POC Fornix Backcountry MIPS wird zusätzlich zur Schutzverpackung mit einem geschmeidigen Transportbeutel verkauft, sodass beim späteren Lagern oder Transport keine hässlichen Kratzer in den leicht glänzenden Helm geraten.

Nach dem Auspacken hielt ich mit dem POC Fornix Backcountry MIPS einen formschönen Helm in der Hand, dessen schlichtes Design auf dem Modell Fornix basiert und sich wie viele moderne Ski- und Snowboardhelme an den schnörkellosen BMX- und Skateboardhelmen orientiert. Das POC-Logo ist auf der rechten Seite relativ groß, der Schriftzug auf der linken Seite eher klein angebracht und fügt sich gut in das allgemeine Design ein. Die vielen Hinweise zu den verwendeten Materialien und Technologien würde ich dagegen lieber innen als aussen auf meinem Helm sehen wollen. Aber das nur am Rande, viel wichtiger sind Passform und Funktion:

Der Skihelm POC Fornix Backcountry MIPS wird in drei verschiedenen Grössen verkauft und lässt sich zusätzlich noch mittels eines Drehrades am Hinterkopf einstellen. Diese Feineinstellung ist auch wirklich nötig, da mein Kopfumfang genau zwischen M/L und XL/XXL liegt.

Ohne es vorher zu wissen, war das grössere Modell die richtige Wahl, da ich dank der Feinjustierung den Helm bis zum Anschlag zudrehen oder mit einer Mütze drunter etwas lockerer lassen konnte. Bei anderen Helmen hatte ich aufgrund der dicken Polster bisher selbst bei kältesten Bedingungen kein Bedürfnis, eine zusätzliche Helmmütze anzuziehen. Beim POC Fornix Backcountry MIPS dagegen bekam ich schon bei leichten Minusgraden kalte Ohren. Grund hierfür sind wahrscheinlich die perforierten Ohrschützer, welche es zwar ermöglichen die Umgebung besser wahrzunehmen, mich aber dazu bewegten den ganzen Tag eine dünne Fleece-Mütze unter dem Helm zu tragen. Wenn es dann bei starker Sonne doch mal deutlich über null Grad wurde, konnte ich die stufenlose Belüftung öffnen und die Kopftemperatur optimal regulieren. Daher war dies kein Nachteil, sondern eher eine weitere Variationsmöglichkeit.

Die Passform und Polsterung des POC Fornix Backcountry MIPS würde ich als gut bezeichnen. Vor allem aufgrund der zusätzlichen Verstellmöglichkeit des Kopfumfangs, welche allerdings aufgrund des kleinen Drehrades am Hinterkopf mit Handschuhen etwas schwer zu bedienen ist. Das selbe Problem hatte ich mit dem Schieberegler zur Feinjustierung der Belüftung. Nach einer Weile hatte ich es aber trotz dicker Handschuhe im Gefühl. Ein kleiner Nachteil bei der Einstellung der optimalen Passform findet sich beim POC Fornix Backcountry MIPS wie bei vielen anderen Ski- und Snowboardhelmen: der Verschluss am Kinn hat nur einen Clip und kann nur ohne Handschuhe durch Verlängern oder Verkürzen des Kinnbandes verstellt werden. Eine stufenlose Verstellmöglichkeit über eine Art Ratschenverschluss wäre hier absolut sinnvoll.

Positiv zu erwähnen sind neben dem variablen Kopfumfang und der guten Belüftung auch die herausnehmbaren Polster des POC Fornix Backcountry MIPS, die man aufgrund der geruchshemmenden Ausstattung mit Polygiene weniger oft waschen muss. Ausserdem wirken zusätzliche Belüftungsschlitze auf der Stirn effektiv gegen lästiges Beschlagen der Skibrille.

Auf der technischen Seite hat der POC Fornix Backcountry MIPS einiges zu bieten. Ich muss allerdings hinzufügen, dass der Helm trotz einiger heftiger Stürze glücklicherweise keinen Kontakt mit Eis, Fels, Bäumen oder ähnlichem wegstecken musste. Daher basiert die technische Beurteilung auf den Angaben des Herstellers und den gängigen Prüfverfahren: der POC Fornix bildet die Basis dieser Backcountry Edition. Ein wesentlicher Unterschied ist das zusätzlich verwendete MIPS (Multi-directional Impact Protection System). Diese in Kooperation mit dem schwedischen Royal Institute of Technology entwickelte Konstruktion schützt den Kopf nicht nur bei vertikalem, sondern auch bei schrägem/seitlichem Aufprall durch Verringerung der gefährlichen Rotationskräfte auf das Gehirn. Durch zwei unabhängig voneinander bewegliche Schichten können die durch den Aufprall entstehenden Rotationskräfte erheblich gemindert und das Gehirn somit besser geschützt werden. Auch die verwendeten Aramidbrücken machen den Helm nicht nur leichter (Herstellerangabe 450 g, 512 g nachgewogen für XL/XXL) sondern verteilen punktuelle Belastung auf den ganzen Helm. Der Recco Reflektor ist zwar mittlerweile in fast jedem Kleidungsstück vorhanden, schadet aber zusätzlich im Helm sicher nicht.

Beim POC Fornix Backcountry MIPS handelt es sich um einen sehr innovativen Helm mit jeder Menge technischen Highlights und einem bequemen Sitz. Einige kleine Verbesserungsmöglichkeiten wie handschuhtauglichere Verstellmöglichkeiten sind vorhanden, aber vor allem im Kinnbereich sehe ich diesen Optimierungsbedarf bei den meisten Herstellern.

Preis

Der POC Fornix Backcountry MIPS kostet 319 CHF.

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Links

Hersteller POC

Auskunft und Vertrieb in der Schweiz über AIRTOOL AG

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