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Test Stille Orte
6.5 / 10 Bewertung
PRO
  • originell in der Idee und gelungen in der Umsetzung
  • hochwertig produzierter Bildband
CONTRA
  • -
Testurteil
Der Bildband Stille Orte – Eine andere Reise durch die Schweiz von Marco Volken ist ein gleichermassen origineller wie gelungener Bildband, der sich erfrischend von vielem unterscheidet, was an alpinfotografischen Beiträgen auf dem Buchmarkt zu finden ist. Diese andere Reise ist daher uneingeschränkt zu empfehlen – und an manchen Zielorten vielleicht auch ohne olfaktorischen Direktkontakt besser zu geniessen als in unmittelbarer Annäherung.
Struktur/Aufbau7.5
Preis-Leistung5
sprachlicher Stil7.5
Qualität7.5
Umwelt/Nachhaltigkeit5

Fakten

Stille Orte – Eine andere Reise durch die Schweiz, Autor: Marco Volken, Verlag: AS Verlag, ISBN: 978-3-906055-41-1

Angaben vom Verlag:

Orte von atemberaubend stiller Schönheit

Seit vielen Jahren widmet sich der Fotograf Marco Volken diesen unscheinbaren Bauten, die er «Stille Orte» nennt. In aufwendiger Arbeit macht er sie ausfindig und hält sie mit der Kamera fest, immer wieder und zu allen Jahreszeiten. Dabei ist eine Bildserie entstanden, die so dokumentarisch wie lakonisch und poetisch wirkt. Es sind Bilder zum Schmunzeln, aber auch zum Staunen.

Mit diesem Bildband entführt uns Marco Volken in die leicht skurrile Welt der helvetischen WC-Häuschen, zeigt uns deren Vielfalt, ihre mal fachgerechte und nüchterne, mal improvisierte oder fantasievolle Bauweise – aber auch ihre landschaftliche Einbettung, stehen sie doch oft an Orten von atemberaubend stiller Schönheit.

  • 144 Seiten
  • 122 Abb. vierfarbig
  • Format: 27 x 21 cm
  • Hardcover

Rezension Stille Orte

Es gibt verschiedene Arten wirklich guter Ideen – solche, bei denen man sich fragt, warum darauf nicht längst schon jemand gekommen war, solche, durch die man unvermittelt in eine der vielen Varianten des Erstaunen versetzt wird und solche, die einen ob ihrer Existenz schlicht erfreuen. Zur letztgenannten Kategorie zählt auch die Idee zu Marko Volkens neuem Bildband «Stille Orte – Eine andere Reise durch die Schweiz». Und, noch erfreulicher: auch deren Umsetzung in Form des beim AS Verlag erschienen Buchs ist sehr gelungen.

Stille Orte bietet eine fotografische Erkundung der Schweizer (hoch)alpinen Hüüslikultur und ist, ganz wie wie der Untertitel des Buches es verspricht, wirklich anders als andere im Medium des Bildbands durchgeführte ästhetische Alpenerschliessungen. Manchem Berggeher wird mancher Lokus bekannt sein, ggf. sogar ein breiteres Spektrum von Erinnerungsdimensionen in die Sinne zurückbringen. Auch zukünftige Dé­jà-vu-Erlebnisse beim Suchen und Finden geeigneter Notdurftverrichtungsorte in den eidgenössischen Bergzonen sind nicht ausgeschlossen.

Anders als kulturgeschichtlich orientierte, themenbedingt zuweilen eher launig geratenden textlastige Annährungen an das Themenfeld «organische Hinterlassenschaft» – wie etwa Daniel Furrers «Wasserthron und Donnerbalken. Eine kleine Kulturgeschichte des stillen Örtchens» (Primus Verlag, 2004) setzt Volken ganz auf die Wirkkraft des Bildes. Und das funktioniert: ausser dem von Erminio Ferrari beigesteuerten, viersprachig und gelingend einstimmenden Vorwort und minimalistischen Ortsangaben können in Stille Orte die Bilder sprechen. Und das ist in diesem Fall sehr gut so, denn sie haben viel zu sagen über die unterschiedlichen Kulturen der Klosettgestaltung jenseits kanalisierter Komfortzonen.

Diese Reise ist also uneingeschränkt zu empfehlen – und an manchen Zielorten vielleicht auch ohne olfaktorischen Direktkontakt besser zu geniessen als in unmittelbarer Annäherung.

Preis

Das Buch Stille Orte kostet 44.90 € / 48 CHF.

Links

Verlag AS Verlag
Auskunft beim Verlag


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