Wer schon mal im Spital/Krankenhaus operiert wurde, kennt vielfach Kompressionsstrümpfe. Nach demselben Prinzip funktionieren Sportsocken mit Kompression. Die meisten Hersteller schreiben dann lieber Kompression englisch mit C, soll wohl cooler aussehen und nicht so sehr an die Thrombosedinger erinnern.

Was bringt es theoretisch? Kompression soll vor, während und nach dem Sport positiv auf Leistungsvermögen und Regeneration wirken: die Durchblutung wird gefördert, durch die bessere Sauerstoffversorgung die Leistungsfähigkeit ebenso, dazu die Regeneration, die Muskulatur und Gelenke werden stabilisiert, Muskelvibrationen reduziert, die Propriozeption/Koordination verbessert und Verletzungen vorgebeugt.

Um diese Ziele zu erreichen, sind zwei Eigenschaften entscheidend: der Kompressionsdruck und der Kompressionsverlauf (Druckrichtung). Wer es genau wissen will, findet bei O-motion gute Informationen.

Einsteiger wählen meist Kompressionsstrümpfe oder –socken. Mittlerweile gibt es aber von der Unterhose über das Hemd bis zum Ganzkörperanzug alles. Entscheidend ist, dass man nicht nur wie normal die richtige Fussgrösse wählt, sondern oft auch die richtige Weite. Dicke Waden brauchen einen anderen Strumpf als dünne Stängel.

Hersteller gibt es verschiedene.

  • CEP

    Unter dem Dach des „führenden“ Herstellers im Bereich medizinischer Kompressionsstrümpfe (medi GmbH & Co. KG) entstand 2007 die Marke CEP in Bayreuth/Deutschland.

    Die Outdoor Compression Socks habe ich dann auch als erstes getestet. Neben der Grösse des Fusses gibt es die Socken in 3 Weiten, passend zum Wadenumfang. Da die Socken eben sehr eng anliegen, sind sie nicht so einfach anzuziehen. Einmal angezogen aber, tragen sie sich nach einer kurzen Gewöhnungszeit recht gut. Die Socken sind recht dünn, aber soweit robust und halbwegs atmungsaktiv. Den grossen Unterschied durch die Kompression habe ich aber nicht festgestellt.

    Dafür haben die Socken ein massives Geruchsproblem. Den Materialmix aus 85% Polyamid und 15% Elasthan konnte ich nicht mehr als einen intensiven Tag lang tragen. Da ich sie bei einer 2-monatigen Tour im Himalaya dabei hatte, war das ein Problem. Eine echte Strafe. Ich habe in meinem gesamten Besitz kein anderes Kleidungsstück und nie etwas Ähnliches erlebt, was einen so üblen Geruch entwickelt hat, wie diese Socken. Sie sind dadurch schlichtweg nicht tragbar! Laut Hersteller soll es zwar geruchshemmende Silberionen drin haben, aber wie gesagt, davon war nichts zu spüren. Selbst in 2 Tüten verpackt, hatten die Socken noch unangenehme Nebenwirkungen im Rucksack. Zuhause angekommen habe ich sie dann 3-mal gewaschen. Eigentlich hätte ich sie auch gleich wegwerfen können. So sind die Socken einfach nicht zu gebrauchen.

    CEP kann ich in der Form also nicht empfehlen.

    Händler in der Schweiz führt die Website zurzeit 3 auf.

  • O-motion

    Alternativ gibt es die Marke O-motion. Lustigerweise sind sie wie CEP ebenso unter dem Dach des „führenden“ Anbieters medizinischer Kompressionsstrümpfe, Ofa Bamberg GmbH. Heute sind eben alle führend. Wie auch immer hat man also ebenso lange Erfahrung und gründete O-motion 2008.

    O-motion unterscheidet nicht so sehr nach Sportarten und hat insgesamt ein kleineres Produktspektrum im Angebot.

    Sie führen einfach Kniestrümpfe mit normaler und extra starker Kompression. Daneben Schläuche/Tubes für Unterschenkel, Oberschenkel und Arme. Insgesamt gibt es die Produkte in jeweils 3 bis 4 Grössen.

    Zu Materialien ist leider nichts zu erfahren. Ich hake aber nach. In der Schweiz sind die Socken leider bisher nicht erhältlich und ich habe sie nicht ausprobieren können. Für die Schweiz sind auf der Website auch leider keine Händler aufgeführt. Vielleicht sendet mir O-motion aber mal ein Paar, gut wärs.

    Update Oktober 2012: O-motion ist ab sofort auch in der Schweiz erhältlich über aww smile gmbh. Wir haben Socken zum Testen bekommen – hier der Testbericht.

  • Smartwool

    Neben den beiden „führenden“ deutschen Anbietern hat aber auch Smartwool Kompressionsstrümpfe im Angebot.

    Auch gewöhnliche Socken besitzen ja eine Kompression. Gemessen in mm Hg beträgt der Druck bei normalen Socken 10 bis 20 mm Hg, bei medizinischen Kompressionsstrümpfen 30 oder mehr mm Hg. Bei den „Smartwool PhD Graduated Compressions Socks“ beträgt der Druck zwischen 20 und 30 mm Hg.

    Der Vorteil bei Smartwool ist das Material. Da hier Merino die Finger mit im Spiel hat, haben die Socken nicht solch ein Geruchsproblem wie die CEP.

    Im Detail besteht die Variante „Ultra Light“ aus 52% Merino-Wolle, 42% Nylon und 6% Elasthan und die Variante „Light“ aus 62% Merino-Wolle, 35% Nylon und 3% Elasthan. Ich habe die Socken getestet und kann sie empfehlen.

    Bilder: CEP, Smartwool

  • Zensah

    In den USA gäb es noch die Marke Zensah. Natürlich der “führende” Hersteller …

  • Oxysox

    Dann gibt es noch Oxysox von der Twin City Knitting Company (TCK), ebenso USA.

  • Recovery Socks

    Zudem die Marke Recovery Socks der Firma Arcosox, auch noch USA.

About The Author Rüdiger Bodmer

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