Unfälle in den Bergen locken falsche Experten auf den Plan

Der SBV und SAC schreiben in einer gemeinsamen Medienmitteilung, dass es in der Vergangenheit leider immer wieder vorkam, dass manche Medien nach Bergunfällen unqualifizierte Personen als Bergführer oder Experten ausgegeben haben und deren unsachgemässe Aussagen publizierten.

Der Alpinist Raphael Wellig ist ein solcher Fall. Er wird zunehmend als vermeintlicher Experte für Einschätzungen in den Medien beigezogen. Jüngstes Beispiel ist das Unglück bei Arolla vom 29.04.2018 bei dem sieben Menschen auf tragische Art und Weise ihr Leben verloren haben. Raphael Wellig hat zu diesem Unglück bei mindestens einem Medium eine Plattform geboten bekommen und ist dabei fälschlicherweise auch als Bergführer bezeichnet worden.

Mit diesem Schreiben möchten wir Sie informieren, dass Raphael Wellig kein Bergführer ist, auch wenn er sich gerne als solcher ausgibt. Bergführer müssen sich ständig auf dem Laufenden halten, neuste Erkenntnisse und professionelles Risikomanagement im Bergsport in die Arbeit integrieren und besuchen dazu fortlaufend Weiterbildungskurse. Gemäss unseren Recherchen hat Raphael Wellig keine anerkannte Bergsteigerausbildung oder -weiterbildung beim SBV, SAC oder J+S absolviert.

Unfälle in den Bergen rufen Emotionen hervor. Umso wichtiger ist aus unserer Sicht in solchen Situationen Experten mit entsprechender Erfahrung und Ausbildung für Stellungnahmen beizuziehen, welche die Geschehnisse fundiert analysieren und einordnen und nicht mutmassen ohne die genauen Umstände zu kennen. Dies trägt zu einer seriösen Aufarbeitung des Unfalls bei, bei dem mögliche menschliche Fehler und das, was ausserhalb des menschlichen Wirkens steht, unterschieden und eingeordnet wird. Polemische Äusserungen, wie jene von Raphael Wellig, sind dagegen kontraproduktiv. Sie befeuern die Emotionen und helfen mit, Falschinformationen zu verbreiten.

Bergunfälle gibt es, seit die Menschen ihren Fuss in die Berge gesetzt haben. Es wird leider nicht zu vermeiden sein, dass dies auch in Zukunft geschehen wird. Für einen solchen Fall vermitteln wir Ihnen sehr gerne Experten, die Ihnen korrekte Aussagen und Einschätzungen, frei von Spekulationen liefern. Sie können sich dafür jederzeit beim SBV oder beim SAC melden.

Quelle, weitere Informationen und Ansprechpartner:

  • Für die Bergführer des Schweizer Bergführerverbandes (SBV), Geschäftsstelle Bern, Pierre Mathey, Geschäftsführer und Bergführer, pierre.mathey@4000plus.ch, M. +41 79 330 14 11.
  • Für die Tourenleiter des Schweizer Alpen-Clubs (SAC), Geschäftsstelle Bern, Daniel Marbacher, Geschäftsführer und Bergführer, daniel.marbacher@sac-cas.ch, T. +41 31 370 18 01.

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