Wandern ist eine wunderbare Freizeitbeschäftigung. Die Nähe zur Natur, die körperliche Betätigung und die frische Luft bereichern in jeglicher Hinsicht. Um sich bei Wanderungen ohne Ablenkungen auf die Umgebung konzentrieren zu können, braucht es eine praktische Ausrüstung, die zuverlässig hält was sie verspricht. Wir haben ein Arrangement zusammengestellt, das insbesondere Einsteigern als Orientierung dienen kann.

Textilien und Schuhwerk

Die Bekleidung zum Wandern sollte möglichst atmungsaktiv, schnelltrocknend und bequem sein. Der Tragekomfort ist wichtig, damit Hosen und Oberteile den Bewegungsablauf nicht stören und man sich rundum wohlfühlt. Eine gewisse Elastizität kann deshalb nicht schaden. Ob Naturmaterialien oder moderne Mikrofasern bevorzugt werden, muss jeder für sich entscheiden. Fest steht, dass beispielsweise Baumwolle für anstrengende Touren eher ungeeignet ist und mit innovativen Synthetikfasern nicht mithalten kann. Baumwolle nimmt Schweiss zwar schnell auf, saugt sich aber regelrecht mit Feuchtigkeit voll und benötigt viel Zeit zum Trocknen. Die Folge ist ein unangenehm feuchtes Hautgefühl. Kunstfasern wie Polyester sind hingegen schnelltrocknend, gewährleisten einen schnellen Feuchtigkeitstransport und sind überaus pflegeleicht.

Eine lohnenswerte Investition für Frühjahr, Sommer und Herbst sind Softshell-Kleider. Sie sind komfortabel, leicht, atmungsaktiv und mit funktionalen Extras ausgestattet. Obwohl der Grossteil der Modelle nicht wasser- und winddicht ist, schützen sie dennoch bis zu einem gewissen Mass gut vor Wind und einem kurzen Schauer mit Sprühregen. Auch Wanderschuhe dürfen nicht fehlen. Sind längere Touren geplant, sollten sie gut eingelaufen sein, um Blasen vorzubeugen. Hinsichtlich der Passform ist Spielraum unverzichtbar, weil die Füsse beim Wandern gern anschwellen. Der grosse Zeh sollte nach vorne hin einen Zentimeter Platz haben. Beim Anprobieren sind die Wandersocken zu tragen. Wanderschuhe müssen möglichst leicht, wasserdicht oder zumindest wasserabweisend, gut gedämpft und atmungsaktiv sein. Zudem ist auf selbstreinigende und rutschhemmende Sohlen zu achten, damit bei Regen und Matsch vom nötigen Grip profitiert wird. Geht es in felsige Regionen, sind Sicherheitsschuhe mit Zehenschutz eine Überlegung wert. Darin sind die Füsse optimal vor Stössen und Druck durch sich lösendes Geröll geschützt. Der Fachhändler für Berufs- und Industriebedarf engelbert strauss ist für robuste Arbeitsbekleidung bekannt. Neben deutschen Fachmärkten gibt es einen Onlineshop, in dem Privatkunden Produkte bestellen können. Unter anderem führt der Hersteller leichte Sicherheitsschuhe und Softshell-Jacken, die sich auch Wanderer zunutze machen können.

Tipp: Wer an den Füssen empfindlich auf Reibung reagiert und zu Blasen neigt, kann mit einer Blasencreme vorbeugen. Anders als Blasenpflaster, die erst dann zum Einsatz kommen, wenn bereits Blasen vorhanden sind, verhindern derartige Cremes, dass sich überhaupt welche bilden. Leider gibt es nicht viel Auswahl. Als Beispiel dient der Anti-Blasen-Stick von Compeed. Die Marke stellt vorwiegend Gelpflaster zur Blasenbehandlung her. Die Creme vor dem Wandern grosszügig auf der Fuss-Oberseite auftragen! Sie glättet die Hautoberfläche und reduziert so die Reibung.

Wanderstöcke und Rucksäcke

Um sich den Auf- und Abstieg zu erleichtern, sind Wanderstöcke ideal. Sie entlasten den Bewegungsapparat. Beim Kauf auf anpassungsfähige Längen, rutschhemmende Griffe und einen stereoskopischen Aufbau Wert legen!

Beim Wanderrucksack sind Ergonomie und Gewichtsverteilung das A und O. Wesentliche Faktoren auf einen Blick:

  • verstellbare Schultergurte
  • Brust- und Hüftgurte
  • Abstandsnetz am Rücken
  • ergonomische Formgebung
  • atmungsaktives Rückenmaterial
  • Modelle aus Nylon (abriebbeständiger) oder Polyester (UV-beständiger) wählen
  • Innenbeschichtung zum Schutz vor Nässe
  • praktische Aufteilung / Innen- & Aussentaschen
  • integrierte Regenhülle oder separat kaufen
  • evtl. Signalfarben für mehr Sicherheit

Ein bekannter Materialhersteller für Wanderrucksäcke ist Cordura. Die Marke gehört zum Schweizer Unternehmen Invista.

Alles, was bei der Anschaffung von Kindertragen zum Wandern wichtig ist, haben wir in der verlinkten Kategorie erläutert.

Sonnenschutz: In den Bergen besonders wichtig

Insbesondere in den Bergen ist die Sonneneinstrahlung tückisch. Da die Luft in Höhenlagen frisch ist und oft eine leichte Brise weht, wird die Kraft der Sonne von vielen unterschätzt. Dabei nimmt die UV-Strahlung in der Höhe erheblich zu. Während das langwellige UVA-Licht tief in die Haut vordringt, die Hautalterung ankurbelt und das Risiko für weissen Hautkrebs steigert, wirken UVB-Wellen oberflächlich. Bei einem Übermass an UVB-Wellen entsteht Sonnenbrand. Häuft sich dieser, steigt die Wahrscheinlich am schwarzen Hautkrebs zu erkranken. Tipps für effektiven Schutz:

  • In den Bergen ist ein Sonnenschutzmittel mit LSF 50+ empfehlenswert. Der enthaltene UV-Filter schützt vor gefährlicher Strahlung.
  • Am besten eine Stunde vor dem Kontakt mit Sonnenstrahlung auftragen, damit die Inhaltsstoffe Zeit zum Einziehen haben.
  • Zum Aufrechterhalten des UV-Schutzes trotz Schwitzen, regelmässig nachcremen!

Ist es zu spät und der Sonnenbrand bereits erkennbar, kann die Einnahme von Medikamenten helfen die Folgen einzudämmen. In einem Beitrag über das Sonnenbrandrisiko in den Bergen auf der Internetpräsenz der deutschsprachigen Bergwanderer- und Bergsteiger-Zeitschrift Alpin rät eine Dermatologin: «Akut Abhilfe schaffen drei Tabletten ASS, also Acetylsalicylsäure mit jeweils 500 mg Wirkstoff. Oder auch dreimal 600 mg Ibuprofen, also 1,8 g insgesamt.» Entscheidend sei, dass die Einnahme zwischen sechs und acht Stunden nach der Strahlungseinwirkung erfolgt. Nur so könnten Symptome wie Blasenbildung, Rötung, Überwärmung und Schmerzen gemildert werden.

Neben Sonnencreme ist das Tragen einer Kopfbedeckung und einer hochwertigen Sonnenbrille ratsam. Letztere sollte einen hundertprozentigen Schutz vor UVA-, UVB- und UVC-Strahlen bieten.

Quellen Bilder: rawpixel.com (Titelbild), Ben Maxwell (Bild 2) / www.pexels.com

About The Author Urs Winkler