Das Openair Gampel ist zu Ende und somit auch das Leben vieler Zelte. Da uns die tollen Konstruktionen und Zelte noch lange in Erinnerung bleiben, haben wir uns entschieden, exklusiv über das Camping am Openair Gampel zu schreiben. Damit das Camping überhaupt funktioniert, braucht es Einiges an Organisation und Planung. Meine Freunde und ich haben es uns beispielsweise zur Aufgabe gemacht, die coolste Zeltstadt zu bauen, die am Gampel zu finden ist … Wir haben es tatsächlich geschafft, es war aber wirklich viel zu organisieren. Wie unsere Zeltstadt herausgekommen ist und wie das Camping am Openair Gampel ausgesehen hat, verraten wir euch nun.

Camping am Openair Gampel – Der Zeltplatz

Als wir am Donnerstagmorgen um 07.30 Uhr beim Festivalgelände ankamen, war der Platz noch vollkommen leer. Eine riesige Wiese lag vor uns, die Wege mit Hilfe weisser Farbe definiert. Wir waren die allerersten, die das Festivalgelände betraten! Der frühe Vogel fängt also doch den Wurm. Aber: Wo stellen wir unser Zelt hin? Wir entschieden uns für einen Platz am Hauptweg, schliesslich darf eine Zeltkonstruktion wie unsere nicht in der Menge untergehen. Nach zwei Stunden stand unser Meisterwerk und ich machte mich auf den Weg, um den Campingplatz zu erkunden. Überall waren WCs zu finden und ganz in unserer Nähe waren die Duschen aufgestellt, für deren Benutzung man fünf Franken liegen lassen musste. Weiter fanden wir viele Stände und Partyzelte, z.B. ein Zelt von Caffè Latte, eines von M-Budget und so weiter. Würde ich nun alle aufzählen, wäre der Artikel bereits wieder fertig. Der Zeltplatz war, anders als erwartet, nicht mit Schwerlastplatten oder Stroh ausgelegt, wie wir eigentlich erwartet hatten. Glücklicherweise hat es während des ganzen Wochenendes nie wirklich geregnet, ansonsten hätte sich die Wiese in eine riesige Schlammgrube verwandelt, was echt uncool gewesen wäre. Für ein zukünftiges Festival wären befahrbare Schwerlastplatten eine Überlegung wert, zumindest auf den Hauptwegen. Der Aufbau des Zeltplatzes war gut organisiert, in der Nähe des Eingangs zum Festivalgelände hatte es die meisten Plätze. Da alle möglichst nahe am Eingang zum Festivalgelände zelten möchten, ist das ein riesen Pluspunkt, da es sonst zu einem ziemlichen Gedränge kommen würde.

Camping am Openair Gampel – Die Zeltkonstruktion

Zeltkonstruktionen gibt es an jedem Openair zur Genüge. Wir wollten das Camping am Openair Gampel etwas aufpeppen und entschieden uns deshalb, die abgefahrenste Konstruktion zu bauen (was uns auch gelang!). Natürlich braucht es dafür eine gute Organisation, viele Hilfstmittel und genügend Leute, damit sowas entstehen kann. Um kurz zu erläutern, wie wir das gemacht haben, eine kurze Liste der benötigten Dinge:

  • Absperrband oder ein kleiner Zaun, damit niemand euren Platz klaut, während ihr am Aufbau dran seid
  • Zelte (Ja, tatsächlich, die können von Vorteil sein)
  • einen Pavillon, wobei man am besten einen nimmt, der nicht beim ersten Windstoss davonfliegt; Wir haben uns für einen Coleman Event Shelter entschieden, wobei alle zusammengelegt haben, damit wir uns den kaufen können.
  • Blachen, um auf dem kurzen Weg vom Pavillon ins Zelt und wieder zurück trocken zu bleiben (Militärblachen sind ganz toll und günstig online zu bekommen)
  • Schnur und Duck-Tape (gelbes, fettes Klebeband), damit alles, was nicht so ganz hält, anständig befestigt werden kann
  • am besten die fünffache Menge der Heringe, die mit den Zelten mitgeliefert werden
  • Campingstühle und -tische, um gemütlich in einer Runde sitzen zu können und nicht alles auf dem Boden verteilen zu müssen
  • Musikboxen, schliesslich ist nicht nur auf dem Festivalgelände Party angesagt, sondern auch auf dem Zeltplatz
  • Kühlboxen mit Trockeneis, denn niemand mag warme Getränke und 15 kg Trockeneis reichen, um eure Getränke vier Tage lang kalt zu halten
  • eine Flagge mit Fahnenmast, schliesslich wollt ihr in dem ganzen Gewusel euer Zelt wiederfinden
  • einen Wagen, um das ganze Zeug vom Auto zum Campingplatz zu befördern

Das ist so ungefähr das Material, das wir benutzt haben, um unsere Zeltstadt aufzubauen, die für insgesamt zwölf Personen Platz geboten hat. Natürlich waren wir nicht die einzigen mit Flaggen: Neben der Walliser-Flagge hatte es auch eine schwedische Flagge und natürlich einige sonstige Kreationen. Die meistgenutzten Pavillons waren diejenigen von micasa für 40 bis 60 Franken das Stück, wobei die meisten nach ein oder zwei Tagen in sich zusammengefallen sind. Da hatten wir mit unserem Coleman mehr Glück, denn er hat wirklich alles überlebt.

Natürlich haben wir auch einige andere Zelte gefunden, die richtig aus der Menge stachen: Einerseits ein VW-Bus Zelt, das ziemlich gemütlich aussah, andererseits ein Zelt, das einem Militärschlafplatz ähnlich sah. Auch viele Tomorrowland-Zelte hatte es – die sind an wirklich jeden Openair zu finden. Die wertvolleren Zelte, z.B. von Big Agnes fanden wir auf dem Camping am Openair Gampel nicht, was aber auch nicht verwunderlich ist: Wer nimmt schon ein richtig teures Zelt mit, wo doch an Openairs ziemlich oft Dinge verschwinden oder kaputt gehen.

Camping am Openair Gampel – Die Festzelte und Bühnen

Wie bereits im ersten Artikel über das Camping am Openair Gampel erwähnt, braucht es für die grossen Zelte und Stages spezielle Bewilligungen vom Bund. Neben den Toren, die in, bzw. aus dem Festivalgelände führen, gab es natürlich die zwei grossen Bühnen (Red Stage und White Stage). Schon nur wenn man die Bilder sieht, wird klar, dass hierfür Personen gebraucht werden, die wissen, wie man sowas richtig aufbaut. Man stelle sich mal vor, irgendein Laie würde das Kommando für den Aufbau der Red Stage übernehmen … Zum Glück war dies nicht der Fall und die beiden Stages sowie alle anderen Zelte haben das Festival unbeschadet überstanden. Neben dem Ovo-Zelt, welches an jedem Openair zu finden ist, gab es sogar ein Dosenbach-Zelt, in dem man sich unter anderem Flip-Flops und Turnschuhe kaufen konnte. Das Kaffee-mobil war nicht immer so leer wie auf dem Bild, denn am Morgen standen unzählige Leute an, um mit Hilfe eines Kaffees wieder fit zu werden. Aber auch Caffè Latte hatte eine grossartige Idee: Mit einem Mini-Auto verteilten sie auf dem ganzen Campingareal gratis Kaffee; eine richtig coole Aktion.

Mein Fazit nach dem Openair ist sehr positiv: Neben einigen herumfliegenden Pavillons blieb alles an Ort und Stelle und insbesondere die grossen Festzelte hielten dem teils starken Wind problemlos stand. Ich freue mich schon jetzt, nächstes Jahr neue Zeltstädte und -konstruktionen zu entdecken.