Frühlingswandern Gefahrenquelle Schneefelder

Mit den immer wärmeren Temperaturen steigt auch die Lust aufs Wandern. Aber gerade während des Frühlings kann es beim Wandern zu heiklen Situationen kommen. Dies ist vor allem der Fall, wenn steile Schneefelder so manche Wege bedecken. Schneefelder, die sich in Rinnen befinden und auf den schattigen Seiten von Hängen bis weit in den Sommer bestehen bleiben, werden oft auf die leichte Schulter genommen. Doch ein Sturz auf einem steilen Firnfeld entspricht beinahe einem freien Fall und kann im schlimmsten Fall tödlich enden, wenn ein Schneefeld beispielsweise in felsdurchsetztem Gelände endet. Um derartige Situationen vorzubeugen und wenn möglich zu vermeiden, ist eine gute Ausrüstung unerlässlich. An oberster Stelle stehen stabile Bergschuhe, die eine Profilsohle aufweisen und auch Wanderstöcke oder ein leichter Pickel können sehr hilfreich sein.

Sicherheitstipps, um auf Schneefelder vorbereitet zu sein

Vor der Tour

Der erste und wesentlichste Schritt vor jeder Tour ist eine gute und gewissenhafte Planung. Zunächst sollte man prüfen, ob die Kondition, das Können der teilnehmenden Wanderer mit den zu erwartenden Belastungen übereinstimmen (hierzu gehören z.B. die Gehzeit und der Schwierigkeitsgrad des Weges). Die speziellen jahreszeitlichen Bedingungen sind in jedem Fall zu berücksichtigen und eine entsprechende Ausrüstung ist empfehlenswert.

Vor der Tour sollte man sich gegebenenfalls bei Tourismusverbänden und/oder Hüttenwirten über den Zustand der Wege und eventuell über Übernachtungsmöglichkeiten erkundigen. Den Wetterbericht zu prüfen ist ebenso wichtig wie eine passende Ausrüstung und auch Orientierungshilfen und eine Notfallapotheke gehören in jeden Rucksack.

Während der Tour

Zum Aufwärmen ist es ratsam, die ersten 30 Minuten langsam zu gehen, damit sich die Muskeln wieder an die Bewegungen gewöhnen können. Alle zwei Stunden sollte eine Rast eingelegt werden, wobei darauf zu achten ist, dass man genug isst und trinkt. Machen sich Ermüdung oder Erschöpfung bemerkbar, sollte man sofort ausgiebig rasten. Anschliessend ist es sinnvoll, umzudrehen. Etwas erzwingen zu wollen, kann böse enden.

Im Idealfall sollte ein Schneefeld umgangen werden, wenn nicht daneben unwegsames oder gar absturzgefährdetes Gelände liegt. Zu querende Schneefelder sollten eine aufgeweichte Schneeoberfläche haben, die mindestens einige, am besten zehn, Zentimeter tief ist. Dazu ist ein guter Bergwanderschuh eine absolute Voraussetzung. Nur wirklich bergtaugliches, nämlich festes Schuhwerk mit einer ordentlichen Profilsohle sollte hier zum Einsatz kommen. Stöcke unterstützen eine gute Lage des Schwerpunktes gerade über den Füssen und können das Begehen von Schneefeldern erleichtern. Bei einem Ausrutscher nützen sie nichts mehr. In solchen Situationen können Wanderstöcke ein trügerisches Gefühl von Sicherheit vortäuschen – viel besser sind hingegen die im Fachhandel angebotenen Grödel bzw. Spikes oder gar Leichtsteigeisen aus Aluminium, welche das Abrutschen im harten Schnee oder Sommerfirn unterbinden sollen. Wirklich sicher unterwegs ist man auf harten Altschneefeldern nur mit Steigeisen und (Leicht-)Pickel, welche man beim Bergwandern eher nicht dabei hat. Beim Begehen eines Schneefeldes gibt auch ein spitzer Stein in den Händen etwas Halt. Er kann Pickel und Steigeisen aber nicht ersetzen.

Ist der Weg zu schwierig oder in einem schlechten Zustand, schlägt das Wetter um oder ist ein Schneefeld zu hart/ steil, sollte man besser umkehren!

Wenn man auf einem Schneefeld ausrutscht

Eine schnelle Reaktion ist bei einem Sturz auf einem Schneefeld unbedingt wichtig. Der Körper sollte schnellstmöglich in eine Bauchlage gebracht werden, während der Kopf zum Gipfel gerichtet sein sollte. Anschliessend ist eine Liegestützposition einzunehmen und mit den Händen und Füssen zu bremsen. Handschuhe können hier von entscheidender Wichtigkeit sein – die Kristallstruktur des Altschnees bzw. Sommerfirns ist sehr scharfkantig und führt schnell zu schmerzhaften Verletzungen an den Händen.

Entscheidend ist es unmittelbar nach dem Ausrutschen abzubremsen, bevor die Geschwindigkeit zu gross wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass man auf einem harten, 40 Grad steilen Firnfeld bereits nach ein paar Metern annähernd dieselbe Geschwindigkeit wie im freien Fall erreicht. Derartige Stürze sind nicht mehr aufzuhalten.

Weiterführende Infos

Im Zuge der Sicherheitstage “No Reset am Berg” wurde eine übersichtliche Karte mit allen wichtigen Tipps für eine sichere Wanderung erstellt. Den kostenlosen Ordner kann man downloaden oder über die Website von Naturfreunde bestellen.

Mit der Wanderfibel des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit gut gerüstet in die Wandersaison. Bestellen unter: http://www.alpinesicherheit.at/de/Wander/

Quellen: Martin Edlinger bzw. Alfred Leitgeb/Naturfreunde Österreich sowie Volker Weinberg/Österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit

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