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Wann ist es passiert?

Am Samstag, den 05. März 2016.

Wo ist es passiert?

Das Anrissgebiet der Lawine liegt südwestlich des Bodenhorns 2698 m. Hier löste sich die Lawine spontan auf ca. 2400 m in einem Nordhang. Spontan heisst: die Lawine wurde ohne künstliche Zusatzbelastung auf die Schneedecke (z.B. aufgrund von Schneefall) ausgelöst.

Das Anrissgebiet soll im Winter nicht betreten werden, es handelt sich um eine rechtsverbindliche Wildruhezone. Die Alpinisten befanden sich auch nicht in der Zone, sondern weit darunter auf ca. 1800 m (im Gebiet um den Gletscherbach). Sie waren vom Talende Richtung der Eisfälle unterwegs. Safiental Tourismus schreibt auf seiner Website: «Das Safiental ist “das Eiskletter-Gebiet” der Schweiz.» Dort wurden sie von der Lawine, die sich weit oberhalb gelöst hatte, verschüttet.

(Die Kantonspolizei Graubünden schreibt in ihrer Mitteilung, die Alpinisten seien zur Örtlichkeit Höllgraben unterwegs gewesen. Das Bild zeigt aber, dass es sich nicht um den Höllgraben handelt, sondern die Eisfälle nördlich des Bodenhorns.)

Welche Gefahrenstufe war dort gemeldet?

Gefahrenstufe 3 erheblich, alle Expositionen ab 2000 m.

Gefahrenbeschrieb: Mit Neuschnee und starkem Wind steigt die Lawinengefahr im Tagesverlauf rasch an. Schon einzelne Wintersportler können leicht Lawinen auslösen. Am Nachmittag sind vermehrt spontane Lawinen zu erwarten, auch mittelgrosse. Stellenweise können Lawinen in tiefe Schichten durchreissen. Dies besonders an Nordhängen oberhalb von rund 2400 m. Schneesport abseits gesicherter Pisten erfordert viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr und grosse Zurückhaltung.

Was ist passiert?

Zwei Männer sind am Samstagnachmittag bei Safien Thalkirch von einer Lawine erfasst worden. Sie konnten nur noch tot geborgen werden.

Ein 29-jähriger Slowake und ein 33-jähriger Italiener waren mit Tourenskiern im hintersten Talbereich bei starkem Schneefall und schlechter Sicht auf dem Aufstieg zur Örtlichkeit Höllgraben. Es handelte sich um gut ausgerüstete Alpinisten, welche vor Ort nach Klettermöglichkeiten suchten. Auf einer Höhe von rund 1800 Metern über Meer wurden die beiden von einer Spontanlawine erfasst und vollständig verschüttet.

Angehörige meldeten die beiden im Kanton Zürich wohnhaften Männer in der Nacht auf Sonntag als vermisst. Gemeinsam mit Rettern der SAC-Sektion Piz Terri, Rettungsstation Safien, wurden am frühen Sonntagmorgen die Sucharbeiten aufgenommen. Die beiden Verschütteten konnten am Sonntagvormittag mittels Lawinenverschüttetensuchgeräten nur noch leblos geortet und von der Rega ausgeflogen werden. Aufgrund der sich vor Ort im Tagesverlauf weiter verschärfenden Lawinengefahr gestalteten sich die Such- und Bergungsarbeiten als schwierig.

Weitere Verschüttete bei Lawinenabgängen

Am Samstagvormittag kam es bei Davos Glaris und am Samstagnachmittag wiederholt im Safiental zu Lawinen. Dabei wurden insgesamt vier Personen verschüttet. Die Person bei Davos Glaris konnte mit fremder Hilfe befreit werden und blieb unverletzt. Die drei Verschütteten im Safiental befreiten sich selbst aus den Schneemassen. Eine Person erlitt leichte und die weiteren beiden Personen keine Verletzungen.

Weiter wurde beim Skigebiet Corvatsch in Surlej ein 31-jähriger Mann von einer Lawine erfasst. Er befand sich ausserhalb der markierten Piste. Der Mann konnte mit leichten Verletzungen von weiteren Personen aus den Schneemassen befreit und von der Rega ins Spital Samedan überführt werden.

Quellen: Kantonspolizei Graubünden (Foto), SLF
Bild Karte Quelle: map.geo.admin.ch, Copyright geodata © swisstopo

Wichtige Hinweise

Die Daten (alle von Kantonspolizei/SLF/Rettung) können Fehler und Ungenauigkeiten enthalten – besonders kurz nach Unfällen sind die verfügbaren Informationen meist nur lückenhaft und relativ ungenau. Sobald genauere Informationen vorliegen, werden diese möglichst aktualisiert.

Der genaue Unfallhergang wird von der Polizei analysiert, was in der Regel mehrere Monate dauert. Die daraus resultierenden Erkenntnisse (z. B. genaue Unfallstelle, Unfallhergang) fliessen anschliessend in die Unfallberichte sowie die Unfalldatenbank des SLF sowie in die Übersicht der letzten 20 Jahre des SLF ein.

Leider ist es ein sehr trauriger Anlass, diese Zeilen zu schreiben. Aus Respekt gegenüber den Verunfallten ist uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir hier nur Fakten/Informationen liefern wollen. Und keinerlei Schuldzuweisungen, Mutmassungen oder Vermutungen anstellen. Jeder muss sich sein eigenes Bild machen. Informationen können helfen, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen (Ziel Prävention).

Den Angehörigen und Familien der Verunglückten möchten wir mitteilen, dass wir Ihren Verlust zutiefst bedauern und sprechen unser aufrichtiges Mitgefühl aus.


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