Trailrunning hat sich zu einer eigenen Sportart gemausert. Das möglichst schnelle Erklimmen eines Gipfels mit möglichst wenig Equipment wird immer populärer und auch beliebter. Doch worauf muss man beim Kauf der Ausrüstung achten? Und welche Events 2016 müssen im Kalender eines jeden Trailrunners stehen?

Ratgeber Trailrunning Ausrüstung

Wie bei jedem Vorhaben kommt es auch beim Trailrunning in Sachen Equipment auf drei entscheidende Faktoren an: Zuverlässigkeit, Passform und Funktionalität. Gepaart mit der individuellen Zielsetzung ergeben diese drei Faktoren einen vielversprechenden Mix für kleine und grosse Trailabenteuer, bei denen die Sicherheit genau wie der Spass im Vordergrund steht.

Vor allem bei Streifzügen in den Bergen gehören eine Wind- oder Regenjacke und – je nach Wetterprognose – warme Kleidung zum Wechseln in den Rucksack.  Optimalerweise wird hierbei auf eine Wassersäule von min. 20’000 mm gesetzt. Eine Kapuze ist ein nettes Extra. Hier gilt jedoch, dass sie zwingend gut sitzen muss. Und obwohl das Packmass möglichst klein ausfallen sollte, beim Regenschutz sollte weder am Geldbeutel noch sonst irgendwie gespart werden, denn in Notsituationen kann ein geeigneter Regenschutz Schlimmeres verhindern.

Wie bei jeder Expedition und beim Bergsteigen geht auch beim Laufen auf unbefestigten Wegen die Sicherheit vor. Bei längeren Solo-Ausflügen sollte auf jeden Fall ein kleines Erste-Hilfe-Set mitgenommen werden.

Bei grossen Trailrunning-Wettbewerben gehören eine Rettungsdecke, ein Erste-Hilfe-Set, wasserdichte und warme Bekleidung, Handschuhe, Mütze, Signalpfeife, eigener Trinkbecher sowie ausreichend Flüssigkeit und ein Minimum an Nahrung (z.B. Gels oder Riegel) zur Pflichtausrüstung.

Trailrunning-Schuhe

Die Trailrunning-Schuhe sind das wohl wichtigste Bekleidungsstück beim Trailrunning. Aus diesem Grund sollte der Trumpf der Passform unbedingt ausgespielt werden: Einerseits sollte der Fuss ausreichend Platz haben, andererseits ist es wichtig, Sicherheit und Kontrolle zu haben. Das Obermaterial sollte robust und strapazierfähig sein, das Profil der Sohle richtig zupacken können und vor allem griffig sein. In den letzten Jahren hat sich das Angebot von Trailrunning-Schuhen vervielfacht, denn es gibt nicht den einen Schuh, der auf jeden Fuss passt. Beim Kauf eines Schuhs sollte man sich also auf jeden Fall genug Zeit lassen, das richtige Modell zu finden. Dennoch sollte man stets im Kopf behalten, dass ein einzelnes Paar bei regelmässigem Offroad-Training nicht ausreicht. Rennt man mehr als 12 oder 15 Stunden, ist der Wohlfühlfaktor entscheidend – wichtig ist hierbei auch die Griffigkeit der Sohle, wenn der Fels nass ist.

Trailrunning-Rucksäcke

Der perfekte Trailrunning-Rucksack spielt neben der Passform und der Bewegungsfreiheit eine entscheidende Rolle. Nichts nervt mehr, als wenn der Rucksack auf einer anspruchsvollen Passage wackelt, scheuert oder einfach im Weg ist. Die Arme benötigen absolute Bewegungsfreiheit, gerade die Verschlüsse im Brustbereich sollten weder hoch- noch runterrutschen, die Träger perfekt auf den Schultern sitzen und auch dort bleiben. Der optimale Rucksack sollte über mindestens ein Hauptfach verfügen (für Ultratrails sind zwei besser) und je mehr zusätzliche Taschen, desto besser ist die Übersicht beim Packen des Equipments.

Zusätzliche Trailrunning Ausrüstung

Outdoor- und Sportuhren mit GPS sind für ambitionierte Berg- und Langstreckenläufer praktisch ein Muss: Herzfrequenz-Messung, Distanz, Laufgeschwindigkeit, Höhenmessung, Laufanalyse – der funktionalen Vielfalt der Uhren sind kaum Grenzen gesetzt. Was wirklich notwendig ist, darüber müssen vor allem Ultratrail-Läufer nachdenken. Bei Trail-Veranstaltungen ist ein Höhenmesser jedoch unabdingbar, ja er gehört inzwischen oftmals zur Pflichtausrüstung.

Beim Ringen um Höhenmeter bieten Stöcke eine wilkommene Unterstützung. Herkömmliche Wander- oder Trekkingstöcke sind aber definitiv die falsche Wahl. Stattdessen werden Stöcke benötigt, die ein Vielfaches des eigenen Körpergewichts tragen können und trotzdem leicht im Handling sind. Ob Stöcke aus einem Guss oder faltbare Stöcke gewählt werden, muss ein jeder Trailrunning-Läufer für sich selbst entscheiden.

Besonders bei Ultratrails sind Läufe in der Nacht nichts Ungewöhnliches. Aus diesem Grund gehört auch eine Stirnlampe zur Grundausrüstung. Es lohnt sich, hier nicht beim Geld zu sparen, denn wenn man in tiefster Nacht läuft, kann man sich auf eine etwas teurere Lampe, die gut sitzt und ein scharfes Lichtbild gewährleistet, zu 100 % verlassen.

Genauso steht es mit Lauf- und Sonnenbrillen. Bei zunehmender Belastung schaltet der Körper auf Reservemodus und schont Ressourcen, was oftmals zum Nachlassen der Sehkraft führt. Die Ermüdung der Augen liegt somit in der Natur der Sache. Auch eine Brille kann dies nicht verhindern, jedoch können die Augen geschont werden. Dies ist auch vorteilhaft, wenn man im Wald unterwegs ist, da die Augen so vor Ästen und Insekten geschützt sind. Eine optimale Laufbrille sollte neben der perfekten Passform auch bestens belüftet sein, da es schlichtweg ein unnötiges Erschwernis ist, wenn die Brillengläser beschlagen.

Schon lange ist die Vormachtsstellung der Banane an den Verpflegungsstellen der Ultra-Events gebrochen. Orangen, Melonen, Hartwurst und Käse, Brot usw. Die Küche hat unter dem Einfluss der Trailläufer an kulinarischer Vielfalt gewonnen. An erster Stelle stehen jedoch Gels und Riegel in verschiedensten Geschmacksvarianten und Konsistenzen – von fest bis flüssig.

Schau Dir hier an, welche Trailrunning-Events und -Läufe es 2016 unter anderem gibt.

Quellen: Mammut, Gregory

About The Author Giuliana Schintu