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Der Frühling hat begonnen: es ist langsam zu warm, um Schneesport zu betreiben, aber auch noch zu kalt, um in den Höhen wandern zu gehen. Trotzdem zieht es uns nach draussen. Wir haben uns aus diesem Grund bei rennomierten Buchautoren erkundigt, was sie in der Zwischensaison machen und welche Tour sie für das Frühjahr vorschlagen. In diesem Sinne – die schönste Frühlingstour wartet. Viel Spass beim Entdecken!

Einen weiteren Tipp für die schönste Frühlingstour haben wir von Autor Andriu Maissen erhalten. Sein Tipp stammt aus dem Wanderführer «Im Alpenrheintal» erschienen im Rotpunktverlag. Wir dürfen mit dem  exklusiv eine Tour aus dem neuen Buch veröffentlichen.

Uns interessierte aber auch, was Andriu Maissen in der Zwischensaison macht und woran er aktuell arbeitet.

An welchen Projekten arbeiten Sie zur Zeit?

Momentan bin ich zusammen mit dem Rotpunktverlag mit der Lancierung meines soeben erschienenen Buchs beschäftigt.
Was machen Sie in der Zwischensaison?
Eine Zwischensaison kenne ich nicht, nur schlechtes Wetter, das mich eigentlich nur in Regenform davon abhält, nach draussen zu gehen. Was ich aber kenne, ist die Zeit zwischen den Projekten, in der ich gerne ohne Schreibunterlagen und Fotoapparat durch die Landschaft streife und dabei im Hinterkopf natürlich über neue Projekte nachdenke.
Welche Tour aus dem Buch ist Ihrer Meinung nach die schönste? Was gefällt Ihnen an dieser Tour so sehr, was ist speziell daran?
Jede der 18 Touren ist für mich durch die breitgefächerte Thematik und die unterschiedlichen Natur- und Kulturlandschaften im Alpenrheintal auf ihre Weise schön. Eine sehr spezielle Tour ist die Nummer 18 von Balzers im Fürstentum Liechtenstein über den Fläscher Berg nach Fläsch im Kanton Graubünden. Obwohl der Berg mitten im bevölkerten Alpenrheintal liegt, entschwindet man beim Aufstieg recht schnell in eine weit entlegene, urtümliche Welt. Hier begegnet man knorrigen Kiefern und schottischen Hochlandrindern, und auf dem Regitzer Spitz, dem höchsten Punkt der Wanderung, ist die Aussicht kaum zu überbieten. In Fläsch haben Sie die Gelegenheit, das im Jahr 2010 mit dem Wakker-Preis ausgezeichnete Weinbauerndorf zu besichtigen.

Wanderung von Balzers nach Fläsch – Routenbeschreibung

Der Fläscher Berg erhebt sich wie ein Miniaturmassiv vor den mächtigen Gipfeln der Falknis-Naafkopf-Kette. Dass es sich um einen ausgewachsenen Wanderberg handelt, wird einem erst mit der
 Erwanderung des gesamten Bergrückens bewusst. Mit Blick auf die Burg Gutenberg erreichen wir von der Bushaltestelle Rietstraße in Balzers (474 m) in wenigen Minuten das Mälsner Quartier Iradug (480 m) am nördlichen Fuß des Fläscher Bergs. Ein zweiminütiger Abstecher in Richtung Dorfzentrum Mäls bringt uns zur Kapelle St. Peter und zum Turmhaus, ein spätmittelalterliches Gebäude, das wahrscheinlich als Verwaltungszentrum einer größeren Grundherrschaft gedient hat.
In Iradug beginnt der Aufstieg über eine Bewirtschaftungsstraße in Richtung Mattheid und Regitzer Spitz. Beim Eintritt ins offene Gelände von Mattheid (760 m) öffnet sich die Sicht zu Gonzen und Gauschla und nach weiteren Straßenserpentinen in der Oberen Mattheid (810 m) auch nordwärts zum Mittlerspitz, Mittagspitz und zum Drei-Schwestern- Massiv. Mit Aussicht auf die Spitzen der Falkniskette und auf das vis-à- vis gelegene Walserdorf Guscha, besser bekannt als Heidi-Alp, erreichen wir Hinter Ochsenberg (918 m). Ein kleiner Weiher und knorrige Kiefern bestimmen die Szenerie. Mit zunehmender Höhe geht auch die Landschaft rund um den Fläscher Berg immer mehr auf und das Sarganserland und die Bündner Herrschaft treten ins Blickfeld. Nach einem letzten Aufstieg über einen breiten Bergrücken und einer kurzen Waldpartie stehen wir zuoberst auf dem Regitzer Spitz (1135 m). Auf dem höchsten Punkt der Wanderung erwartet uns eine großzügige Aussichtsterrasse mit Blick ins Sarganserland und ins Bündner Rheintal. Senkrecht unter uns liegt das Weindorf Fläsch und der Rhein zieht sich als smaragdgrünes Band durch die Ebene. Der Abstieg nach Fläsch steht uns bevor, und auf einem angenehmen Zickzackweg geht es durch den Wald in Richtung Vorder Ochsenberg (880 m). Unterwegs treffen wir auf zunächst irritierende Gebäude, die sich nach genauerem Hinsehen als Militärunterkünfte der nahen Festung St. Luzisteig herausstellen.
Von Vorder Ochsenberg haben wir die Möglichkeit, entweder über Persax oder über Matlusch, Standort einer prähistorischen Wehranlage, nach St. Luzisteig (713 m) zu gelangen. Der Passübergang war bis zum Bau der Rheintaleisenbahn von Rorschach nach Chur Ende der 1850er-Jahre Etappenort im Nord-Süd- Verkehr vom Bodenseeraum über die Bündner Pässe nach Italien. Aus dieser Zeit sind mit der ehemaligen Sust, dem Gasthof mit Ökonomiegebäude und der Kirche wichtige Zeugen der Passgeschichte erhalten. Das letzte Teilstück der Wanderung führt zunächst über den Schutt- und Überschwemmungsfächer der Lochrüfi und im unteren Teil über Allmendweiden nach Fläsch (528 m), und die recht anstrengende Wanderung wird am Ziel im Weinbaudorf vielleicht mit einem edlen Tropfen belohnt.
Ausgangspunkt: Balzers (Bushaltestelle Rietstrasse)
Endpunkt: Fläsch (Bushaltestelle Fläsch Dorf)
Routenverlauf: Balzers–Iradug–Mattheid–Hinter Ochsenberg–Regitzer Spitz–Vorder Ochsenberg–St. Luzisteig–Fläsch.
Aufstieg: 700 m; Abstieg: 655 m; Distanz: 13 km
Restaurants: Balzers, Mäls, St. Luzisteig und Fläsch.
Sehenswertes:
  • Burg Gutenberg, Balzers
  • Aussicht vom Regitzer Spitz
  • Weiler und Festung St. Luzisteig
  • Weinbaudorf Fläsch

Der Beschrieb der Wanderung von Balzers nach Fläsch stammt aus dem Buch Im Alpenrheintal von Andriu Maissen:

  • Titel: Im Alpenrheintal – Auf Wanderschaft zwischen Bodensee, Alpstein und Sargans
  • Autor: Andriu Maissen
  • Rotpunktverlag
  • 296 Seiten – 12 × 19 cm, Klappenbroschur
  • ISBN: 9783858696830

Die schönste Frühlingstour – die ganze Reihe/weitere Touren findest Du hier.


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