Fakten

Stöckli Edge 100 im Test
7.3 / 10 Bewertung
PRO
  • Top Fahreigenschaften für den Skitoureneinsatz bei unterschiedlichen Verhältnissen
  • Guter Flex für präzise Kurvensteuerung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Schönes Deckblatt
CONTRA
  • Für den Einsatz als Universal-Tourenski etwas breit
Testurteil
Mit dem Stöckli Edge 100 bietet die Schweizer Skimarke wieder einen waschechten Skitourenski an. Dank der Breite ist er v.a. bei Powder, aber auch bei anspruchsvollen Schneeverhältnissen ein solider Begleiter. Der leichte Holzkern und die Rocker-Konstruktion unterstützen die einfache Auslösung und ein gutes Kurvenverhalten, sodass der Ski auch bei mittleren Tempi viel Freude bereitet. Obwohl kein Leicht-Ski eignet er sich somit sowohl für Aufstiege als auch für genussvolle Abfahrten.
Funktion8.5
Qualität/Verarbeitung8.4
Gewicht/Packmass6.5
Umwelt/Nachhaltigkeit6
Preis-Leistung7

Stöckli Edge 100, Farbe: silber und Schriftzug weiss/rot, Grösse: 177 cm, Artikelnummer: 41050221

  • Gewicht: ca. 3560 g laut Hersteller (nicht nachgewogen, da bereits mit vormontierter Bindung)
  • Grösse: Der Tester ist 175 cm gross und hat den Ski mit 177 cm Länge getestet.
  • montierte Bindung: Fritschi Xenic 10

Angaben vom Hersteller:

  • Einsatzbereich: Freeriding / Skitouring
  • Konstruktion: Sandwich-System mit Racing-Graphite Belage
  • Radius: > 18.8 m
  • Taillierung: 136 – 100 – 125 mm
  • Technologien: Super Light Core (Holz +Laminiertes Fiberglas), TGL (Thin Glas Laminate), TITEC (Titanal), Polywall, Touring Tail, Touring Super Light Edges, Tail Rocker
  • Made in Schweiz (Malters LU)
  • Garantie 2 Jahre

Praxistest Stöckli Edge 100

Stöckli ist bekannt für stabile Freeride-Skis die dynamisch gefahren werden können und vor allem für sportliche Fahrer überzeugen (vgl. Test Stormrider 97). Mit dem Edge hat Stöckli nun wieder einen echten Skitouring-Ski im Angebot. Nachdem Stöckli vor zwei Jahren einen 88 mm breite Version herausbrachte, haben sie nun eins draufgelegt und bietet für Liebhaber von fetteren Latten ein 100 mm breite Version an. Diese Version durfte ich testen.

Visuell kommt der Ski dezent-elegant daher. Die metallic-graue Musterung mit weissem und rotem Schriftzug vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Stöckli erreicht dies, indem sie mittels eines Sublimationsdruck die Aluminium Oberschicht (TITEC) direkt, d.h. ohne zusätzliche Folienschicht bedrucken. Doch auch unter dem Deckblatt sind bei diesem Ski viel Knowhow eingeflossen und es wurden auch diverse spezifische Features verbaut, um den Stöckli Edge 100 für den Skitoureneinsatz zu trimmen. Aufgebaut ist er als klassische Sandwich-Konstruktion, wobei leichte Hölzer eingesetzt wurden (SuperLightCore mit Balsa), um die Mischung zwischen leichterer Bauweise, gutem Flex und Langlebigkeit hervorbringen zu können. Weitere spezifische für Skitouren ausgelegte Features: Polywall (leichte, schlagfeste/widerstandsfähige Seitenwangen, TGL Fiberglass-Laminat (leicht, sichert aber Beschleunigung durch Spannung), Kanten mit Touring Super Light Edges und die Touring Tails für die einfachere Fellbefestigung hinten.

Mit 100 mm Mittelbreite stellt der Ski sehr gute Powder-Auftrieb sicher, welcher durch einen Front-Rocker unterstützt wird. Zudem wurde dem Stöckli Edge ein Tail-Rocker mit einer flache Aufbiegung verpasst, um den Fahrkomfort und Drehfreudigkeit zu steigern.

Doch hat sich der Ski mit den diversen Features im Praxistest bewährt? Im Vergleich zu Leicht-Tourenskis überzeugt der Edge 100 Stöckli-typisch mit sehr guten Abfahrtseigenschaften. Der satte aber gut spürbare Flex der Schaufel vermittelt Sicherheit beim Steuern der Kurve. Dank der Breite liegt der Ski guten oben auf und versinkt nicht im Schnee. Dies ist im Powder ein Genuss, doch auch bei schwierigeren Schneeverhältnissen hilfreich – der Ski frisst sich deutlich weniger in den Bruchharsch ein. Der Stöckli Edge 100 lässt sich auch bei mittleren Geschwindigkeiten gut fahren und einfach drehen. Hier zeigt sich der deutlichste Unterschied zum Freeride-Modell Stormrider, welcher seine Stärken v.a. bei grossen Turns und hohen Tempi ausspielen kann.

Die für Skitouren etwas «temperierteren» Eigenschaften des Edge machen den Edge zum treuen Begleiter auf Skitouren. Hinsichtlich dem Gewicht hat man mit ca. 3,5 kg pro Paar (bei 177 cm) natürlich keinen Leichtski dabei, doch das mehr an Gewicht wird mit den stabileren, kraftsparenden Fahreigenschaften und dem Spass bei der Abfahrt mehr als wettgemacht. Meine Empfehlung ist dabei auf eine leichte Tourenbindung (wie z.B. die montierte Fritisch Xenic 10) zu setzen.

Beim Aufstieg war ich zuerst etwas kritisch eingestellt, da mit 100 mm der Ski in der Mitte doch sehr breit ausfällt. Faktisch stört die Breite beim Aufstieg wenig, auch bei harten Verhältnissen und Traversen klappt der Aufstieg ohne Probleme. Der Unterschied zu einem 90-95 mm Ski fällt kaum merklich aus. Trotzdem wünscht man sich bei Frühlings-Skihochtouren, wenn am Morgen die ersten Stunden alles hart gefroren ist einen schmäleren Ski – hier ist der Edge 100 sicher nicht die erste Wahl.

Fazit: Mit dem Edge 100 hat Stöckli wieder einen attraktiven Skitourenski im Angebot, welcher für mittlere Tempi und unterschiedlichen Schnee sehr gute Fahreigenschaften bietet und auf für eine breite Zielgruppe von Fahrern viel Spass bietet. Mit 100 mm ist er natürlich v.a. bei Powder-Verhältnissen ein Traum, fällt aber für den Einsatz als Universalski eine Spur zu breit aus. Doch wie immer kommt es drauf an, wo man seine Schwerpunkte setzt. Das edle Deckblatt und die hochwertige Verarbeitung runden den positiven Eindruck ab.

Preis

Der Stöckli Edge 100 kostet 990 CHF.

Händlersuche/Storefinder

Links

Hersteller Stöckli

Auskunft und Vertrieb direkt über den Hersteller

About The Author Christian Denzler

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