Test Jetboil Flash Cooking System

Das Jetboil Flash Cooking System ist eine kompakte Koch-Einheit: Im Topf ist alles drin. Dank der schmalen Bauweise des Topfs lässt er sich auch gut in einen kleinen Rucksack packen. Das System ist sehr effizient und sparsam: Dank der Isolation und dem Wärmetausche kocht das Wasser im Nu und braucht nur eine minimale Gasmenge. Leichtes Köcheln, ohne dass etwas über den Rand schwappt, ist aber schwierig.

Ich-liebe-Ausrüstung-Bewertung

6.8 Punkte

Pro

  • Sehr effizient, es geht wirklich Ruckzuck bis das Wasser kocht
  • Kompakt, alles ist im Topf schlagfest verstaut – nichts geht kaputt.
  • Start: Einfacher geht es wohl nicht mehr, Piezo-Zünder funktioniert gut.

Contra

  • Sonderformat Gasflasche – nur die passt rein für den Transport in den Topf. (Anschlussfähig sind aber alle EN 417 kompatiblen Gasflaschen).
  • Wenn das Essen überkocht, kann man den Topf in der Eile nicht einfach lösen (da der Topf gut arretiert ist und kein fixer Griff vorhanden ist, sondern nur die Lasche am Neopren, der den Topf als Isolation umgibt).
  • Topf ist sehr hoch und tief: unpraktisch zum direkt draus essen, auch das Rühren bis an den Boden ist anspruchsvoll.
  • Draht des Reguliergriffs nicht sehr stabil (hat sich bei mir gelöst, konnte mit einigem Bemühen wieder eingehängt werden).

Fakten

  • Kompaktes Gaskochersystem für Schraubkartuschen
  • Systemgewicht ca. 470 g
  • Bestandteile: Topf 0.9l (mit 1l wäre der Topf randvoll), inkl. Neopren-Isolierung und Wärmetauscher
  • Kocher inkl. Piezo-Zündung
  • Adapter für grössere Töpfe
  • Trinkbecher
  • Deckel inkl. Trinkschlitz
  • Ausklappbarer Ständer aus Kunststoff (zur Stabilisierung)
  • Gaskartusche: 100g Jetboil/Jetpower

Praxistest Jetboil Flash Cooking System

Getestet auf diversen Touren zwischen Sommer und Herbst: Hochtouren, Wanderungen, Fahrrad-Ausflüge, Camping.

Beim Jetboil ist im schmalen Topf alles drin: Kocher, Kartusche, ein Aufsatz um breitere Töpfe zu verwenden und ein Ständer, damit der Kocher stabil steht. So ist der Kocher gut geschützt und man hat mit einem Handgriff alles dabei. Auch die Tasse ist unten noch angefügt und ein Kunstoffdeckel mit Trink-Öffnung verschliesst die Sache. So habe ich mir bei meinen Ausflügen immer noch schnell überlegt, ob ich den Jetboil nicht doch mitnehmen soll. Sowohl bei Sonntags-Nachmittagsausflügen, wie auch bei Hochtouren war er dann oft dabei.

Schnell noch eine Tasse Kaffee machen? Eine Noodle-Soup auf der Hochtour geniessen? Kein Problem: Schnell den Jetboil auspacken und im Nu kocht das Wasser. Der Jetboil hat einen effizienten Wärmetauscher und der Topf ist mit einer Neoprenschicht isoliert. Zudem wird der Topf direkt beim Kocher eingehakt. Dank dieser Optimierung geht es wirklich schnell bis das Wasser kocht. Bei einem Benzinkocher der vorgewärmt werden muss, hat man in dieser Zeit den Kocher auf Betriebstemperatur gebracht und kann den Kochvorgang beginnen. Kurz: Der Jetboil hat mich begeistert, wie schnell er das Wasser zum Kochen bringt – sensationell! Nach dem Essen noch heisses Wasser für Kaffee? … schwupp und schon gemacht.

Dank der Piezo-Zündung muss man nicht noch das Feuerzeug suchen. Als schwierig hat sich jedoch erwiesen, wenn z.B. eine Suppe noch leicht köcheln sollte. Die ist dann, wohl infolge der schmalen Bauweise des Topfs, regelmässig übergekocht. Im Notfall den Topf schnell vom Kocher zu nehmen, geht nicht so einfach, da der Topf ja auf dem Kocher eingehakt ist und über keinen festen Pfannengriff verfügt.

Die Regulation war dabei nicht so feinfühlig wie erhofft. Da saugt sich dann das Neopren schnell mit dem überschäumenden Essen voll – nicht wirklich optimal. Die Regulationsmöglichkeit wäre somit verbesserungswürdig. Beim abrupten Regulieren ist mir auch der Draht-Griff abgefallen.

Die hohe und schmale Bauweise des Topfs macht die Reinigung des Topfs etwas mühsamer und das Essen direkt aus dem hohen/schmalen Topf ist auch nicht ganz so komfortabel wie dies bei einem breiten Topf wäre. In den Topf passt eine kleine Schraubkartusche von Jetboil mit 100g-Füllung Platz. Es lassen sich andere Schraubkartuschen verwenden (d.h. EN 417 kompatible Gasflaschen). Doch aufgepasst: Die Jetboil Schraubkartusche ist schmäler als andere weitverbreitete Kartuschen gebaut, damit sie in den schmalen Topf passt. Somit passte dann eine unterwegs gekaufte, x-beliebige Kartusche für den Transport nicht mehr in den Topf. Zwar reicht die kleine Jetboil-Kartusche erstaunlich lange. Doch noch ca. 1h Brenndauer ist diese auch aufgebraucht.

Zum Set gibt es diverse Zusatzprodukte (grössere Pfannen, Kaffee Presse etc.). Jetboil hat auch ein gewichtsoptimiertes Titanum-Set und grössere Kochsysteme mit 1.5 – 3l Töpfen (Group, Sumo, Helios) im Angebot.

Mein Fazit: Das Jetboil Flash Cooking System ist ein Super-Kocher wenn man schnell was heiss machen möchte. Dank der Möglichkeit das System im kompakten Topf zu verstauen hat der Jetboil das Potential zum treuen Begleiter. Es ist jedoch ein Kocher für Puristinnen. Wer als Outdoor-Feinschmecker unterwegs ist, wird wohl eher einen etwas grösseres Kochsystem ins Auge fassen, dann aber auch etwas mehr Gewicht und Platzbedarf in Kauf nehmen müssen.

Preis

In der Schweiz erhältlich für ca. CHF 135 -150 z.B. bei Bächli Bergsport oder Transa.

Links

Produktinfo, Technologie

Auskunft und Vertrieb in der Schweiz über Exped, in Deutschland über Invia