Test adidas Terrex Scope GTX
7.5 / 10 Bewertung
PRO
  • sensationeller Grip auf jedem Untergrund
  • stabile, Halt gebende Konstruktion
  • wasserdicht
  • atmungsaktiv
  • gut gestützt
  • gut verarbeitet und robust
CONTRA
  • man muss den Schuh gut einlaufen, ich hatte am Anfang Druckstellen
  • ist vorne im Zehenbereich eher schmal geschnitten
  • über die Website von adidas findet man nur das Herrenmodell, welches schlecht beschrieben ist, der Hinweis auf die spezielle Sohle fehlt
Testurteil

Der adidas Terrex Scope GTX W ist ein Outdoorschuh der im wahrsten Sinne des Wortes HÄLT was er verspricht! Egal ob auf Fels, im Wald, auf nassem oder trockenem Gelände, der Grip ist sensationell. Wirklich ein vielseitig einsetzbarer, extrem empfehlenswerter Schuh.

Funktion9.4
Qualität/Verarbeitung8
Gewicht/Packmass7.1
Umwelt/Nachhaltigkeit5
Preis-Leistung8.2

Fakten

adidas Terrex Scope GTX (Frauenmodell mit Zusatz W), Farbe: Sharp Grey/Black/Bahia G, Grösse: 6.5 UK / EU 40, Artikelnummer G97929

  • Gewicht: 856 g pro Paar nachgewogen (keine Herstellerangaben)

Angaben vom Hersteller:

Der Terrex Scope GTX ist ein klassischer Approach Schuh für alpine Touren, der sich durch seine STEALTH Rubber Sohle von seinen Artgenossen abhebt. Denn der STEALTH Gummi aus dem Hause Five Ten fliesst dank seiner ausgewogenen Balance aus Viskosität und Elastizität quasi in die mikroskopisch kleinen Unebenheiten des Untergrunds und erzeugt so extrem hohe Reibungswerte. Zudem krallen sich die gegenläufig angeordneten L-Stollen in den Boden und bieten bergauf und bergab zusätzlichen Halt. Der Fersenabsatz unterstützt bei steilen Abstiegen, die nicht profilierte Climbing Zone im Zehenbereich ist ideal für felsige Kletterpassagen.

Da feuchte Wiesen oder Altschneefelder zum täglichen Brot von Approach Schuhen gehören besitzt der Terrex Scope eine GORE-TEX® Membran. Und um den Belastungen von Geröllfeldern und hartem Gelände zu trotzen besteht er aus abriebfestem Mesh und hat eine großzügig nach oben gezogene Gummizehenkappe, die eine lange Lebensdauer gewährleistet. Ein besonderes Feature sind die Schnürsenkel mit einem dünnen Durchmesser im Mittelteil und dickeren Enden. Dadurch lässt sich der Scope mit einem Zug bequem und satt schnüren. All das macht den adidas Terrex Scope GTX zum perfekten Partner auf dem Weg zum nächsten Projekt.

  • GORE-TEX® Extended Comfort Membran
  • Abriebfestes Textilmesh
  • Spezifische Zustiegssohle mit STEALTH Rubber und asymmetrischer Kletterzone
  • Gummizehenkappe
  • Schnürung mit variierendem Durchmesser
  • EVA Zungenabschluss für perfekten Sitz und Schutz
  • adiPRENE® dämpft optimal im Fersenbereich
  • TPU Stabilisator stabilisiert Mittelfuss und schützt EVA
  • Asymmetrische Fersenschlaufen
  • Vorgeformte Ortholite Einlegesohle

Praxistest adidas Terrex Scope GTX

Ich war schon lange auf der Suche nach einem Outdoorschuh, welcher wirklich Grip hat. Bis jetzt habe ich noch keinen Schuh gefunden in welchem ich mich auf jedem Untergrund, egal ob trocken oder feucht, wirklich sicher gefühlt habe … bis ich den adidas Terrex Scope GTX für mich entdeckte.

Die erste Tour ging nur auf den Uetliberg um den Schuh ein wenig einzulaufen. Der Boden war noch etwas feucht, was den adidas Terrex Scope GTX jedoch nicht gross beeindruckte und mir trotzdem einen guten und sicheren Halt gab. Das einzige was mich am Anfang störte war, dass der Schuh hinten bei der Achillessehne “ribschte” (leicht drückte). Auch vorne ist er eher schmal geschnitten. Ansonsten hat er aber eine gute Passform. Auch zum An- und Ausziehen ist der Schuh sehr komfortabel. Das Schnürsystem lässt sich gut und bequem schnüren.

Am nächsten freien Tag machte ich mich auf den Weg zur Simmenfluh, einer T5-Wanderung mit einigen Kraxelpassagen. Auch hier überzeugte der Schuh. Er hielt auf felsigem Gelände genau so gut wie auf Waldboden und brachte mich sicher auf den Gipfel.

Nun wollte ich es noch richtig wissen und verabredete mich zum Mehrseillängenklettern am Mattstock. Beim Zustieg gingen wir sogar noch über Schneefelder, aber auch das war kein Problem, weder vom Halt her noch von der Nässe. Das Klettern am Mattstock ist Reibungsklettern mit Wasserrinnen, eigentlich ideal für den adidas Terrex Scope GTX, da er ja vom Grip her gut mit Reibung funktionieren müsste und der Fuss vor den Rillen im adidas Terrex Scope GTX besser geschützt ist als im Kletterfinken. So entschied ich mich beim Einstieg den adidas Terrex Scope GTX anzubehalten und die Kletterschuhe nur für den Notfall im Rucksack mitzunehmen. Die Kletterschuhe hätte ich aber auch Zuhause lassen können. Ich kletterte alle Seillängen bis auf den Gipfelgrat mit dem adidas Terrex Scope GTX!

Der Schuh überzeugte mich in jeder Hinsicht. Er ist atmungsaktiv, wasserdicht, robust und gibt guten Halt.

Nur die Passform ist je nach Fuss gewöhnungsbedürftig. Man muss den Schuh sicher sehr gut einlaufen, damit man keine Reibstellen mehr bekommt. Ist er zu Beginn noch recht steif, legt sich das nach ungefähr einer Woche. Die Stealth Rubber Sohle wird mit der Zeit weicher.

Der gute Grip kommt nicht von ungefähr. adidas kaufte vor Jahren das Unternehmen Five Ten, eine Marke, die vor allem durch Kletter- und Bikeschuhe bekannt wurde. Von ihr stammt die legendäre Gummimischung “Stealth Rubber”, die nun dem adidas Terrex Scope GTX zugute kommt. Der Grip des adidas Terrex Scope GTX W ist absolut genial und eindeutig das, was den Schuh herausragend macht. Einfach Top!

Was ich mir wünschen würde wäre, wenn es einen solchen Schuh auch höher oder gar bedingt Steigeisenfest geben würde. Ich würde mich in manchem Gelände viel trittsicherer fühlen.

Update: Im Sommer 2015 bringt adidas auch höhere Schuhe mit Stealth-Rubber-Sohle – Testberichte folgen.

Preis

Der adidas Terrex Scope GTX und adidas Terrex Scope GTX W’s ist in der Schweiz für 220 CHF erhältlich.

Links

Hersteller adidas

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comments (11)

  • Hallo Andrea,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Test.

    Ich habe mir jetzt auch den Schuh gegönnt und bin gestern meine erste 18km Etappe gewandert.

    Leider muss ich sagen, dass ich zwischenzeitlich extreme Probleme hatte. Meine Ferse schlappte ein wenig, was ich

    durch eine Marathonschnürung versuchte auszugleichen. Dies hat auch ganz gut funktioniert, doch leider hat die Zunge durch die enge Schnürung extrem auf meinen Oberfuß gedrückt. Ich bin etwas ratlos und würde gerne von dir wissen, welche Probleme du mit dem Schuh zu Beginn hattest, und wie es sich im Laufe der Zeit verbessert hat.

    Viele Grüße

    Thomas

  • Ich habe den Schuh ebenso getestet. Der Schuh wie auch die Stealth-Sohle werden im Laufe der Zeit deutlich weicher und passen sich Deinem Fuss an. Trag sie möglichst erst mal/mindestens 10 Tage auf Touren. Kämpf dich durch einige unbequeme Tage! (Ich wurde danach belohnt.) Wenn Du dann immer noch Probleme hast, wäre das spannend zu erfahren.
    Gruss, Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,

    vielen Dank für deine Nachricht.

    Wir gehen am 14.08 auf eine Wltreise und ich suche momentan verzweifelt nach dem Schuh meiner Wahl. Aus dieser Perspektive habe ich somit kaum noch Zeit, werde aber deinem Rat folgen und den Schuh nicht mehr ausziehen und hoffen, dass sich die Probleme legen.

    Ich setze jetzt alles auf diese Karte und hoffe, dass sich die Probleme lösen.

    Viele Grüße

    Thomas

  • Mach das – ich hatte ein anderes Modell mit Stealth-Sohle von Five.Ten bei einem Trekking dabei. Natürlich war er neu und ich hatte keinen anderen Schuh dabei. Er drückte schon im Flugzeug und ich befürchtete das Schlimmste. Er drückte und nervte, bis ich ihn einmal ganz fest geschnürt habe, eingetragen habe und danach dann nur noch locker geschnürt trug. Nach ca. einer Woche wandelte sich der Schuh von höllisch zu himmlisch. Ich hoffe Dir ergeht es ähnlich … 

  • Ich habe mir den Schuh gestern gekauft. Habe zwischen dem Solo und dem Scope gependelt. Schliesslich gab ich der Aussage des Verkäufer Gewicht, dass besonders bei langen Zustiegen mit viel Laufanteil im steileren Gelände der hohe Absatz des Scopes Vorteile böte. Nach einer 4-stündigen Wanderung und einigen Tests am Fels bin ich nicht sicher, ob die Entscheidung richtig war. Ich bin ziemlich trittsicher und meist mit leichtem Gepäck unterwegs. Der Scope war in der Sohle steif und vom Aufbau her extrem unterstützend, im ersten Moment etwas mehr von beidem, als ich meine zu benötigen. Muss den Schuh aber noch einlaufen, die Sohle sollte ja noch etwas weicher werden. Der Schuh als solches scheint mir top, besonders was Grip, Passform, Profil und Stabilität anbelangt. Zum jetzigen Zeitpunkt meine ich einfach, dass sich der Einsatzbereich meiner Bergschuhe (Scarpa Rebel GTX lite) und des Scope etwas zu stark zu überschneiden … mal sehen.

  • Ich habe beide Modelle probiert, den Scope und den Solo. Während ich den Scope für einen echten Zustiegsschuh halte, der auch sonst alles mögliche mitmacht, hat der Solo zu wenig von allem für mich. Ich weiss nicht wirklich, wie ich den Solo clever einsetzen soll? Die Sohle taugt fürs Gelände zu wenig, daher nehme ich ihn nicht für Zustiege. Zum Klettern nehme ich dann lieber einen Kletterschuh. Ich würde persönlich also immer zum Scope raten. Es kommt 2015 übrigens noch eine höher geschnittene Version – die Bilder sollte ich bald mal auf die Ich-Liebe-Berge-Facebook-Seite hochladen.
    Klar ist der Scope vom Einsatzbereich in Richtung Deines Rebel, aber den Scope kannst Du locker noch an den Klettergurt hängen bei einer Mehrseillänge, während ich den Rebel nicht am Hintern baumeln haben will. Zudem hast Du halt einfach damit einen niedrigen Schuh, was für kräftige Füsse sorgt – oder wie eine Physiotherapeutin mal zu mir sagte: Trag bloss nicht immer hohe Bergschuhe!

  • Ein paar Ergänzungen:

    – zum Rebel-Scope-Vergleich:

    Der hohe Schaft des bereits genannten Rebel ist mehr oder weniger ein gamaschenartiger Knöchelschutz aus Neopren (oder ähnlichem Material). Sowieso ist der Schaft des Rebel sehr weich. Die meiste Unterstützung für den Fuss kommt von der Sohle, die torsionssteif ist, aber für einen Bergschuh(!) weich abrollt. Und natürlich von dem präzisen Absatz, mit dem man schon ordentlich zutreten kann. Der Rebel ist mein Wander-Kraxel-Tourentool to-go. Am Rucksack baumelt er zugegebenermassen etwas unelegant. An die Grenzen kommt meine Ferse damit erst bei laaangen Wanderungen mit Tempo, dann zeigt sich der harte Absatz bald von seiner unbarmherzigen Seite. Einfach nur laufen ist nicht sein Ding, da wird der rebel zickig.

    Genau hier hat der Scope seinen Vorteil: Seine Dämpfung; der Scope ist v.a. in der Ferse mehr gedämpft, fast wie ein Turnschuh. Die Trittfläche ist auch etwas grosszügiger als beim Rebel. Das macht ihn zum bequemeren Trekker. Es ist der “adidas”-Effekt, den ich mir erhoffte: Diese Schuhe sind gemacht, dem Fuss zu schmeicheln ;-).

    Am Fels konnte ich bei ein paar kurzen Einsätzen den tollen Grip der Sohle feststellen. Die Stealth-Sohle des Scope ist noch einen Tick griffiger als die Vibram-Sohle des Rebel. Mir schien dann die Trittpräzision des Scope aber auch etwas schwammiger. Das kann einerseits mit der zusätzlichen Dämpfung und Trittfläche (also Lauf-Komfort) erklärt werden. Einen Effekt hatte aber sicher auch, dass mir der Schuh wohl eine halbe Nummer zu gross ist.

    Tja, ich schwanke bei adidas-Schuhen nämlich immer zwischen zwei Grössen (43 1/3 und 44). Meinen Füssen würde wohl ein “43 2/3” passen, das es bei adidas nicht gibt. Beim Probieren im Geschäft fand ich die Zehenbox beim kleineren Schuh sehr eng, in der nächsten halben Grösse passte der Scope vermeintlich. Im Laden rutschte der Schuh an den Fersen nicht, und war bequem.

    Nach 5h am Pilatus hatte sich der Schuh zwar sehr gut angepasst, die Zehenbox hat sich aber etwas ausgedehnt und schon rutsche ich im Schuh einen Finger breit von der Ferse ab. Gerade so, dass die Ferse des Schuhs nicht mehr richtig zupacken kann.

    Der rutschende Absatz lässt sich zwar mit ein paar Hausmittel etwas stabilisieren, aber ich merke, das ich nicht die ganze Performance dieses Schuhs nutzen kann, eben, weil er nicht perfekt passt :-/

    Ich wage trotzdem noch ein Fazit….

    …zum adidas Scope-Solo-Vergleich:

    Abgesehen davon, dass ich den Scope noch nicht auf Herz und Nieren getestet habe, tippe ich darauf, dass die Sohle des Scope besser ist, als die des Solo, ohne den Solo je anprobiert zu haben.

    Vermutlich ist der Scope auch stabiler und unterstützt den Fuss besser. Zudem ist er wasserdicht.

    Trotzdem, für meinen Einsatz als Touren-Backupschuh, einfachere Zustiege zum Klettergarten, langes Wandern bei guten Verhältnissen und die Zweitnutzung als Outdoorallzweckwaffe (Fischen, Campen, auf der Alp) würde ich heute den Solo kaufen. Einfach weil ich nicht noch einen leichten Bergschuh brauche.

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  • Valentin Eichenberger

    Habe ebenfalls den Terrex Scope GTX in Grösse 45 1/3 und bin damit äusserst zufrieden. Der Schuh macht wirklich alles mit und auch im Fels kann da gut auch im 6. Grad noch geklettert werden. Durch den eher harten Unteraufbau ist er auch im weglosen Gelände gut zu gehen und nach 7 stündigem Fussmarsch ist das Fussklima immer noch viel angenehmer als in einen richtigen Bergschuh. Für trittsichere Personen durchaus eine Bergschuh Alternative, wenn man sich nicht in allzu groben Gelände austoben will. Dort fehlt dann einfach die Schutzschicht oberhalb des Fussgelenkes.
    Mit diesem Schuh habe ich schon etliche Kilometer im weglosem Terrain erlebt und weitere werden folgen.
    Einzig die Lebensdauer der Stealth Sohle dürfte den Genuss etwas trüben, das Profil geht relativ schnell runter….

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