Test Outdoor Research Speedstar Jacket

Outdoor Research Speedstar Jacket 04

Test Outdoor Research Speedstar Jacket

Die Outdoor Research Speedstar Jacket ist eine Hybrid-Softshell mit einer Kombination zweier Polartec Materialien. Sie ist ein Wärmewunder für kaltes, trockenes Wetter. Die Jacke ist dick und kuschelig, aber auch voluminös und nicht leicht.

Ich-liebe-Ausrüstung-Bewertung

6.5 Punkte

Pro

  • sehr warm
  • weich und kuschelig innen
  • leichter als Herstellerangaben
  • atmungsaktiv, dazu Unterarmreissverschlüsse
  • sehr gute, leicht laufende Reissverschlüsse

Contra

  • Mapping fragwürdig im Brustbereich und an den Armen
  • recht voluminös, relativ schwer
  • schlechter, zu breiter, gerader Schnitt
  • recht teuer

Fakten

Outdoor Research Speedstar Jacket, Men’s, Grösse L, Farbe Pewter/Hot Sauce, Artikelnummer 56250

  • Gewicht: 650 g nachgewogen (774 g laut Hersteller bei Grösse L)

Materialien:

  • Polartec Power Shield Highloft (hält 98 % Wind ab, äusserst atmungsaktiv, wasserabweisend, extrem abriebfest, dehnbar, raschelt nicht, Wärme ohne Gewicht, Maschinenwaschbar)
  • Polartec Power Shield O2  (hält 96 % Wind ab, äusserst atmungsaktiv, wasserabweisend, extrem abriebfest, dehnbar, raschelt nicht, Wärme ohne Gewicht, Maschinenwaschbar)

Angaben vom Hersteller:

  • Hybrid Mapped Construction
  • Water Resistant; Wind Resistant
  • Breathable
  • Lightweight
  • Movement-Mirroring Stretch
  • Fully Adjustable
  • Hood
  • Molded Brim
  • Two Way Separating Front
  • Zipper
  • Two Way Pit Zips
  • Dual Zippered Napoleon
  • Pockets
  • Silicone Piping on Shoulders
  • Hook Loop Cuff Closures
  • Drawcord Hem
  • Harness Attachment on Hem
  • DWR Coated Zippers at Center Front, Pit Zips and Chest Pockets

Die Jacke ist auch in der Farbe schwarz erhältlich.

Praxistest Outdoor Research Speedstar Jacket

Outdoor Research (OR) ist eine amerikanische Outdoormarke aus Seattle. Bei uns ist die Marke bisher vor allem in Sachen Gamaschen, Handschuhe und Kopfbedeckungen bekannt. Die Bekleidung jedoch ist bisher nur an wenigen Orten erhältlich. Dass, obwohl die Amerikaner immer wieder auf innovative, neue Materialien und Ideen setzen. Im Vorjahr brachte PR die Lodestar Jacket raus – die hier getestete Speedstar Jacket ist nun der Nachfolger.

Die Softshell-Jacke ist eine sogenannte Hybrid-Softshell, da sie auf verschiedene Materialien setzt, die an verschiedenen Stellen unterschiedliche Funktionen bieten sollen. Mit unterschiedlichen Materialien soll auf die verschiedenen Temperaturzonen des Körpers eingegangen werden. An den Seiten, auf der Brust, der Kapuze und den Armoberseiten befindet sich Polartec Powershield Highloft, das besonders atmungsaktiv, aber dabei sehr kuschelig weich, stark wind- und wasserabweisend ist. Dort wo noch mehr Dehnbarkeit und Atmungsaktivität wichtig sind, wie am Rücken, der Arminnenseite und der unteren Bauchpartie, kommt Polartec Power Shield O2 zum Einsatz. (Ich frage mich nur, warum ich am Bauch mehr Dehnbarkeit brauche?) Aber im Ernst, so richtig schlüssig ist die Materialverteilung für mich nicht. Ich würde lieber auf der Brust etwas winddichtes haben, dafür die Arme atmungsaktiver gestalten.

Die Idee hinter der Softshell ist nicht wie früher mit einem traditionellen 2-Schichten-System, bestehend aus einer wärme-isolierenden Fleece-Schicht und einer wasserdichten, atmungsaktiven Aussenschicht, unterwegs zu sein, sondern nur mit einer einzigen Lage. Das spart Gewicht. Natürlich soll der Stoff bei nahezu jedem Wetter schützen. Dabei ist das Polartec Power Shield Gewebe sehr atmungsaktiv, abriebfest und dazu auch noch dehnbar. Das Highlight der Speedstar ist also ihr Materialmix.

Das Material ist wirklich besonders. Die Aussenseite ist eher glatt. Sie besteht aus einem besonders dichten Nylon-Gewebe, ohne hart zu sein oder zu rascheln wie andere Aussenstoffe. Die steppartige Optik ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, störte mich aber nicht. Auf der Innenseite sorgt ein weiches, hochfloriges Fleece für Tragekomfort. Es speichert Luft und bietet so ein gutes Wärme-zu-Gewicht-Verhältnis. Wind hält das Material bis über 90 Prozent ab. Es gehen also nur ein paar Prozent Wind durch, was ich aber als sehr angenehm empfand – die Atmungsaktivität verbessert sich dadurch. Zusätzlich hat die Jacke aber auch Belüftungsreissverschlüsse unter den Armen.

Leichter Regen kann der Outdoor Research Speedstar Jacket nichts anhaben. Sie ist mir einer dauerhaft wasserabweisenden Ausrüstung (DWR) versehen, die Regen und Schnee abperlen lässt.

Der Hersteller schreibt:

Die M’s Speedstar Jacket richtet sich an aktive Kletter- und Skitourenenthusiasten, die an ihre Grenzen gehen wollen.

Das stimmt für mich so nicht und auch der Name der Jacke ist für mich nicht richtig gewählt. Die Speedstar Jacket ist keine Jacke für Aktivitäten, bei denen man stark schwitzt. Dafür ist sie einfach zu warm und isoliert zu stark. Besser geeignet ist sie für alle Stop-and-go-Aktivitäten wie Klettern, Eisklettern sowie auf der Piste beim Ski- oder Snowboardfahren. Dann bietet sie einen ausreichenden Schutz vor Schnee, Eis sowie Wind und Wetter.

Die sonstige Ausstattung ist normal: die Jacke hat zwei Napoleontaschen. Ich mag das, da man immer gut drankommt. Was aber fehlt, bei einer Jacke aus Fleece und für solche Aktivitätn, sind 2 Taschen, um die Hände zu wärmen. Schön ist dafür der hohe Kragen. Hervorzuheben sind die grossen, groben Reissverschlüsse, auch unter den Armen, die sehr gut laufen. Auch der Front-Reissverschluss ist super, sogar 2-Wege. Leider läuft er so leicht, dass er sich unten von alleine öffnet. Hier fehlt ein Druckknopf zum Fixieren/Verschliessen.

Die Kapuze ist extrem gross und passt auch über einen Helm – für alles ohne Helm ist sie eher zu gross. Verstellen kann man sie am Hinterkopf sowie vorne. Die Kordelenden sind dabei im Jackeninneren – das ist zwar praktisch, da einem nichts ins Gesicht fliegt, aber dafür blöd, wenn man sie verstellen will, dabei Handschuhe oder ähnliches anhat. Auch die Ärmelbündchen sind mit Velcro verstellbar, der Jackensaum ist ebenfalls regulierbar.

Die Jacke ist mit 650 g zwar deutlich leichter, als vom Hersteller angegeben, dennoch für meinen Geschmack zu schwer und zu voluminös. Dazu trägt auch der etwas sehr weite, sackige Schnitt bei. Vor allem im Schulterbereich ist sie zu breit geschnitten. Eine Regenjacke über die Speedstar Jacket anziehen, ging bei mir nicht. Die Verarbeitung ist gut. Der Preis ist aber alles in allem zu saftig.

Insgesamt eine solide, sehr warme Softshell aus verdammt guten Polartec-Materialien. Bestens geeignet für kalte Wintertage auf der Piste oder daneben.

Wir haben auch die Lodestar Jacket von Outdoor Research getestet – den Testbericht findest du hier. Oder den Testbericht der The North Face Men’s Polar Hooded Jacket, auch eine Hybridjacke.

Preis

Die Outdoor Research Speedstar Jacket ist in der Schweiz erhältlich für 450 CHF.

Händler/Store-Locator

Links

Hersteller Outdoor Research

Auskunft und Vertrieb über Outdoor Research Europe Inc.

ÜBER DEN AUTOR

Rüdiger Bodmer

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Ratgeber Hochtouren Einsteiger

Ratgeber Hochtouren Einsteiger – Ortovox

ATSKO-Title

Imprägnieren mit ATSKO Silicone Water-Guard

Soto-Muka-Stove-4

Soto Muka Stove – russfreier Benzinkocher

1 Kommentar zu „Test Outdoor Research Speedstar Jacket“

  1. Pingback: Test: Jacke Outdoor Research Lodestar Jacket

Kommentarfunktion geschlossen.

MELDE DICH FÜR UNSEREN NEWSLETTER AN

Scroll to Top