Test Scott Air Free Alpride 30 Rucksack
6.2 Bewertung
PRO
  • hoher Tragkomfort
  • solide verarbeitet
  • guter Zugriff mit umgehendem Reissverschluss
  • gutes Preis-Leistung-Verhältnis mit Alpride System
CONTRA
  • keinerlei Befestigungsvorrichtung für Snowboards
  • Airbag-Kartusche und Auslöse-Einheit stören beim Packen
  • kein Leichtgewicht/schwere als vom Hersteller angegeben
Testurteil
Der Scott Air Free Alpride 30 Kit Rucksack ist ein attraktiver und komfortabler Lawinenairbag-Rucksack. Konzipiert für die Zielgruppe Freerider ist er robust gebaut und verfügt über gute Features. Mit 30 Litern ist er aber auch für Touren genügend gross und dank dem leichten Airbag System von Alpride bleibt das Gesamtgewicht unter 3 Kilogramm.
Funktion6.9
Qualität/Verarbeitung7.2
Gewicht4.5
Umwelt/Nachhaltigkeit5.5
Preis-Leistung6.8

Fakten

Scott Air Free Alpride 30 Rucksack Alpride ready / Pack, Farbe: black-grey, Grösse: 30 l (one size), Artikelnummer 239648 (mit Airbag-System 239649)

  • Gewicht: Rucksack 1660 g, Alpride System 819 g, Cartridges 450 g, total 2929 g nachgewogen (Rucksack 1480 g, Alpride System 440 g, Cartridges 440 g, total 2720 g laut Hersteller)
  • Material: 90 % Polyester, 10 % Polyamid (420D Polyester Ball Shadow W/R 1’000mm), 100 % Polyester (840D Ballistic W/R 1’000mm)

Angaben vom Hersteller:

Der SCOTT Air Free AP 30 ist ein großer Freeski orientierter Skitourenrucksack mit dem ultimativen SCOTT ALPRIDE AIRBAG System. Dieser Rucksack bietet alle notwendigen winterspezifischen Funktionen und Platz für viele Basics, so dass du dir sicher sein kannst, dass du für alle Fälle ausgestattet bist.

  • inkl. SCOTT ALPRIDE AIRBAG SYSTEM (inkl. Kartuschen)
  • Diagonal Ski-Befestigungssystem
  • A-frame Ski-Befestigungssystem
  • Skibrillen-Tasche aus Fleece
  • Befestigung für Eispickel/Skistock
  • Gepolsterter und anatomisch geformter Hüftgurt: rechte Seite mit Materialschlaufe, linke Seite mit Tasche
  • Hüftgurt mit Sicherheitsbeinschlaufe
  • SOS-Aufdruck mit Notfallanweisungen
  • Abnehmbare Helmbefestigung
  • Brustgurt mit Notfall-Pfeife
  • TÜV-zertifiziert
  • Masse: 52 x 19 x 30 cm (L x B x H)
  • Made in China. Keine Informationen zum Thema Nachhaltigkeit und fairen Arbeitsbedingungen.
  • Garantie Rucksack: 2 Jahre

Praxistest Scott Air Free Alpride 30 Rucksack

Lawinen-Airbags gibt es unterdessen schon eine ganze Weile – rund 30 Jahre sind es nun schon. Doch in den letzten Jahren ist Bewegung in den Markt gekommen und verschiedene Anbieter haben neue Airbag-Systeme und dazugehörige Rucksäcke entwickelt. Nun hat auch Scott einen Airbag-Rucksack auf den Markt gebracht und dabei das relativ neue Airbag-System von Alpride eingesetzt. (Für eine Produkteübersicht vgl. unsere Übersicht Lawinenairbag Vergleich 2014/2015.)

Beim der Beurteilung eines Airbag-Rucksackes gibt es immer zwei Komponenten – der Rucksack und das Airbag-System. Deren Beurteilung kann sehr unterschiedlich ausfallen. Deshalb wird das Alpride Airbag System in einem separaten Praxistest bewertet.

Bei diesem Praxisbericht schauen wir uns den Rucksack genauer an. Scott hat verschiedene Airbag-kompatible Rucksäcke im Sortiment. Der Alpride Airbag lässt sich dabei entfernen und bei einem kompatiblen Rucksack einbauen. Bei meinem ersten Versuch benötige ich zum Wechseln ca. zehn Minuten – mit etwas Übung geht es dann aber zügig.

Beim Scott Air Free Alpride 30 Rucksack handelt es sich um den grösseren Rucksack der Freeride Linie, daneben gibt es noch ein 22-Liter-Modell. Zusätzlich gibt es die Mountain Linie mit zwei Rucksäcken: ein grosser 40-Liter-Rucksack (Toploader) für Mehrtagestouren und ein leichter 20-Liter-Speedtouring-Rucksack.

Der Scott Air Free Alpride 30 Rucksack ist mit nachgewogenen 1660 Gramm kein Leichtgewicht. Hier schlägt die solide Verarbeitung und das robuste Material des Rucksacks im Hinblick auf den Freeride-Einsatz dann halt doch zu Buche. Für diesen Einsatzzweck ist das Gewicht aber kein Problem, insbesondere da der eingesetzte Alpride Airbag zu den leichtesten Systemen gehört. Somit bleibt das Gesamtgewicht des Systems immer noch unter drei Kilogramm. Bei längeren Aufstiegen wünscht man sich dann aber doch einen etwas leichteren Rucksack.

Ich habe den Scott Air Free Alpride 30 Rucksack im Januar und Februar bei diversen Skitouren aber auch Freeride-Abfahrten getestet. Meines Erachtens hat der Rucksack mit 30 Litern eine gute Grösse und lässt sich breit einsetzen: Für Eintagestouren ist er nicht allzu voluminös und man hat noch etwas Reserve (ich hatte da jeweils meine Turnschuhe noch dabei). Macht man Freeride-Abfahrten, so kann man den Rucksack gut komprimieren, natürlich ist er aber trotzdem nicht so kompakt wie ganz kleine Modelle. Mit 30 Litern kann man ihn sogar gut für Mehrtagestouren einsetzen, wenn man sich etwas beschränkt (was eigentlich immer empfehlenswert ist). Nur wenn man auch noch die komplette Skihochtourenausrüstung (Steigeisen/Anseilgurt/Seil etc.) mit dabei haben möchte, wird es zu eng. Was man beachten muss: Ein 30-Liter Rucksack mit einem Airbagsystem hat immer etwas weniger Platz als ein normaler Rucksack, da das Airbag-System Platz benötigt. Mit dem bei Scott Verwendung findenden Alpride System ist z.B. die Auslöse-Mechanik mit den zwei kleinen Kartuschen im Inneren des Rucksackes platziert, was doch etwas im Wege ist. Man muss drum-rum packen.

Der Tragekomfort des Scott Air Free Alpride 30 Rucksackes ist sehr gut: Die geschäumte Rückenplatte ist angenehm, die Schulterträger haben eine gute Breite. Die Lageverstellriemen oben an den Schulterträger machen meines Erachtens keinen Sinn, da Träger und Lageverstellriemen nahezu an der gleichen Stelle angebracht sind – da kann man eigentlich fast nichts justieren. Mein Tipp für die nächste Version: weglassen – bringt bei einem solch kurzen Rucksack nichts.

Insgesamt ist der Scott Air Free Alpride 30 Rucksack im Verhältnis zu einem klassischen Alpin-Rucksack etwas breiter geschnitten und wenn er voll gefüllt ist auch weiter nach hinten ausladend, so ist er etwas sperriger. Für die Abfahrt liegt er aber gut am Rücken und lässt sich mit Hüft- und Brustgurt straff fixieren.

Der Scott Air Free Alpride 30 Rucksack verfügt über einen rundum-laufenden Reissverschluss, so lässt sich der Rucksack vollständig aufklappen. Dadurch erhält man einen optimalen Überblick über alle Ausrüstungsgegenstände. Kein Wühlen und Suchen des Ersatzshandschuhs mehr – ein Griff und man hat ihn! Im Inneren gibt es ein Netzfach für Kleinmaterialien, dies hat mir sehr gut gefallen. Das von oben zugängliche Brillenfach ist praktisch und genügend gross, sodass Sonnen-, Skibrille und Sonnengcreme gut reinpassen. Vorbildlich ist auch das Fach für die Lawinenausrüstung: Von aussen sofort zugänglich, mit Einschüben für Lawinenschaufel und Sonde und Platz für das Schaufelblatt. Da es so praktisch und geräumig ist, habe ich jeweils grad auch noch die Felle darin verstaut.

Toll finde ich auch die breite Halteschlaufe oben, so lässt sich der Rucksack gut greifen, wenn man ihn umladen/versorgen etc. muss. In der Kontrastfarbe gelb sieht man diese Halteschaufe auch immer gut.

Am Scott Air Free Alpride 30 Rucksack kann ein Pickel befestigt werden. Mittels eines Skihalterungssystem (Diacomp Ski Carry System) können die Skis diagonal fixiert werden. Dies funktioniert gut, die Skis sind schnell fixiert. Leider hat es keine Befestigungsmöglichkeit für Snowboards. Eigentlich verwunderlich für einen Freeride-Rucksack, der sich aufgrund der kubischen Bauweise eigentlich sehr gut für den Transport eines Snowboards eignet. Da muss man selbst basteln, wenn man ein Board fixieren möchte.

Die Schnallen für den Hüft- und Brustgurt sind wie üblich für Airbag-Rucksäcke solide und aus Metall. Beim Hüftgurt ist eine kleine Tasche (z.B. für Sonnencreme, Nastücher) und eine Materialschlaufe angebracht. An den Trägern hat es „Daisy Chains“, da könnte man auch noch etwas dran befestigen. Für den Helm gibt es ein dehnbares Helmnetz, welches aussen befestigt werden kann. Der Skihelm lässt sich auf diese Weise rasch und sicher verstauen.

Noch ein Hinweis zu Scott – was viele nicht wissen: Scott war ursprünglich eine amerikanische Marke und startete das Geschäft 1985 mit der Produktion von Aluminium-Skistöcken. Der Hauptsitz und ein grosser Teil der Mitarbeiter ist unterdessen aber in der Schweiz, genauer: in Givisiez/Fribourg. Heute verfügt Scott über ein breites Sortiment, v.a. Bikes, Skis und Bekleidung.

Praxistest-Fazit: Der Scott Air Free Alpride 30 Rucksack ist ein sehr gut verarbeiteter, solider Rucksack der auch noch attraktiv ausschaut. Er lässt sich recht universell einsetzen. In erster Linie ist er aber für Freerider die auch Touren machen gedacht (oder vice verca). Guter Tragekomfort und sensationeller Überblick dank rundumlaufendem Reisverschluss runden den positiven Eindruck ab.

Preis

Der Scott Air Free Alpride 30 Rucksack kostet 249 CHF. Mitsamt Airbag-System und Cartridges kostet er 799 CHF. Ein Ersatz-Kartuschen-Set (z.B. Scott Cartridge Set) kostet 49 CHF.

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Hersteller Scott

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