Alpride SuperCap40 im Test
7.5 / 10 Bewertung
PRO
  • viel Platz wenn man etwas mehr dabei hat.
  • hoher Tragekomfort
  • robuster Aufbau mit Verstärkungen
  • umfassende Features inkl. div. Befestigungsmöglichkeiten
CONTRA
  • Schlaufensystem etwas schwergängig
Testurteil
Der Alpride SuperCap40 ist der grosse Bruder der Alpride-Lawinenrucksack-Reihe. Er ist ideal für den ambitionierten Skitourengeher oder Profi sowie alle, die länger unterwegs sind oder einfach mehr Ausrüstung dabei haben. Der Airbag-Rucksack überzeugt mit seinem Tragekomfort und den vielfältigen Befestigungsmöglichkeiten. Darin verbaut ist das innovative elektronische Airbag-System E1.
Funktion8.5
Qualität/Verarbeitung8
Gewicht7.5
Umwelt/Nachhaltigkeit6
Preis-Leistung7.5

Fakten

Alpride SuperCap40 mit elektronischem Lawinenairbag E1, Farbe: schwarz/blau, eine Grösse

  • Gewicht: 2880 g nachgewogen (exkl. 2 AA-Batterien, 2850 g laut Hersteller, davon Rucksack: 1570 g + Airbag System E1: 1280 g)
  • Material Rucksack: N210D HD R/S SD PU Schwarz, Dyneema HAS W1403-001

Angaben vom Hersteller:

  • Volumen 40 l
  • Länge Rückensystem 48 cm
  • Gepolsterter Rücken, breiter und gepolsterter Hüftgurt mit 38 mm Schnalle,
  • Brustgurt höhenverstellbar, mit Alarmierungs-Pfeife
  • 3 Aussentaschen (1 mit Reissverschluss, 1 mit elastischem Material, 1 Tasche im Hüftgurt)
  • Fach für Sicherheitsausrüstung mit Innenfach für Kleinmaterial
  • Hauptfach mit umlaufendem Reissverschluss
  • Solide Verarbeitung: Trage-/Kompressionsgurt mit Hypalonverstärkung, verstärkte Webbing-Frame Struktur (interne Konstruktion des Tragesystems, hält für eine Belastung von 500kg)
  • Diverse Features zur Fixierung von Ausrüsung: Skifixierung seitlich und diagonal, Snowboard- und Schneeschuh-Halterung, 2 Pickelbefestigungen (Spitze nach unten), Helm-Fixierung, Seil-Halterung
  • Made: Engineering und elektronische Bauteile: Schweiz; Airbag/Rucksack wird in Vietnam hergestellt (Partner: Advance Paragliders).
  • Garantie 2 Jahre

Praxistest Alpride SuperCap40

Alpride hat als Lawinenairbag-Hersteller in den letzten Jahren mit verschiedenen Innovationen im Bereich Lawinenrucksäcke auf sich aufmerksam gemacht – sowohl mit kartuschenbetriebenen Systemen, als auch mit einem elektronischen System (vgl. Testberichte: Alpride 2.0, Scott Air Free Alpride Rucksack, Alpride SuperCap 30 mit E1).

Unterdessen hat Alpride auch mit eigenen Rucksäcken aufgerüstet und bietet drei verschiedene Varianten für das elektrische Airbagsystem E1 an: Für Freerider einen 24 l Rucksack (SuperLight), eine 28 l Version und nun neu auch einen grossen Bruder mit 40 l Volumen (SuperCap). Die grosse Version durften wir diesen Winter testen. Details zum darin verbauten, innovativen elektronischen Airbagsystem E1 mit Kondensatoren-Technologie werde ich hier nicht erläutern, können aber hier nachgelesen werden. Ein grosser Vorteil dieses Systems ist die kompakte Bauweise des Energiespeichers. Selbstverständlich lässt sich der E1-Airbag ausbauen und in verschiedene andere Rucksäcke und damit andere Rucksackgrössen (je nach Bedürfnis) einbauen. Der E1-Airbag passt zudem auch in Rucksäcke von anderen Herstellern, wie z.B. Scott. Ein grosser Vorteil des elektrischen Systems: Die Auslösung kann ohne weiteres getestet und geübt werden – so ist man in einem Notfall gut gewappnet.

Der Alpride SuperCap40 mit seinem grossen 40-Liter-Rucksack eignet sich v.a. für den Einsatz bei Mehrtagestouren, wenn man einiges an Material mit sich trägt. Der Rucksack ist eine gute Mischung aus robuster Bauweise und trotzdem leichtgewichtigem Materialmix inkl. Dyneema-Verstärkungen. Er eignet sich auch für den ambitionierten Skitourengeher, aber auch für den professionellen Einsatz. So ist es z.B. kein Wunder, dass die Pistenpatrouilleuer von Anzère auf diesen Rucksack setzen. Besonders gefallen hat mir, dass der Rucksack an verschiedenen neuralgischen Stellen Verstärkungen aufweist, z.B. bei den Laschen für die Skibefestigung. Der Rucksack ist dadurch auch bei intensiver Nutzung langlebig.

Der Alpride SuperCap 40 ist bequem, der Rückenteil stabil, Rücken und Träger sind gut gepolstert. Der Rucksack sitzt sehr gut und mit Hüft- und Brustgurt wackelt der Rucksack auch bei sportlichen Skiabfahrten nicht. Einzig störend ist hier, dass das Anziehen und Lockern der Gurtlängen schwergängig ist. Hier wäre ich froh, wenn diese einfacher justierbar wären. Dies ist einer der wenigen Optimierungspunkte, welche ich bei diesem Rucksack sehe.  

Die Rückenlänge passt für mich, ist übrigens gleich wie beim kleineren Bruder (48 cm). Im Vergleich ist der Alpride Supercap40 Lawinenrucksack jedoch etwas höher gebaut. Mit den Lastenkontrollriemen an den Schultergurten lässt sich der Lawinenrucksack bei Bedarf näher an den Rücken ziehen. Die Rückenlänge passt bei mittleren und auch kleineren Rücken gut. Ich kann aber nicht beurteilen, wie dies für grosse Personen ist (185+ cm).

Kleiner Praxistipp, damit der Rucksack kompakt am Rücken anliegt, auch wenn der Rucksack nur halb gefüllt ist, z.B. bei einem Tagesausflug von einer Hütte, wenn ich einen Teil des Material in der Hütte gelassen habe: Entweder habe ich die seitlichen Skischlaufen angezogen oder sogar die beiden Schlaufen zur Snowboard-/Schneeschuhbefestigung quer über den Rucksack zusammen gezogen. So wird der Rucksack deutlich kompakter und der Inhalt liegt näher und kompakter am Körper.

Ein Detail, welches ich bei Rucksäcken immer schätze, ist eine genügend grosse Schlaufe am Rucksack oben. Dies hat der Alpride Supercap40 – so lässt sich der Rucksack gut Greifen oder Hinstellen.

Praktisch sind die beiden seitlichen Taschen für Kleinmaterial – eine davon mit Reissverschluss. Zudem hat auch der Hüftgurt eine Tasche. So lassen sich z.B. Taschentücher oder das Sackmesser unterbringen. Wenn ich wünschen könnte, hätte es oben noch ein grosses Fach für Brillen etc.

Insgesamt überzeugt der Alpride SuperCap40 Lawinenairbag-Rucksack durch seine vielfältigen Befestigungsmöglichkeiten für Ski (seitlich oder diagonal), Schneeschuhe oder Snowboard sowie ein Seil. Damit die dazu notwendigen Gurte nicht im Weg sind, lassen sich diese in kleine Einschubtaschen mit Reissverschluss sauber verstauen. Für Pickel gibt es 2 Befestigungsmöglichkeiten. Dieser sind umgekehrt mit der Spitze nach unten. Auf diese Weise lässt sich der Pickel sehr einfach montieren. Nachteilig bei dieser Befestigungsmethode ist, dass bei längeren Pickeln diese unten hinausstehen. Da der Rucksack aber relativ hoch ist, ist dies bei einem kompakten Skitourenpickel kein Problem.

Für die Sicherheitsausrüstung hat der Rucksack ein separates Fach. Schaufel und Sonde lassen sich hier gut verstauen. Dazu gibt es ein weiteres Fach für Kleinmaterialien (Portemonnaie, Schlüssel, Karten …). Im grossen Hauptfach befindet sich die Elektronik/der Kondensator des E1-Airbagsystems. Dies ist gepolstert. Daneben hat es viel Platz für Material. Dank dem umlaufenden Reissverschluss lässt sich das Hauptfach gut öffnen und man erhält Zugriff auf das gesamte Material – auch das was unten liegt. Dieser einfache Zugriff ist wichtig, denn von hier aus muss auch die Elektronik des Airbags ein-/ausgeschaltet werden. Dies kann man aber auch bereits zuhause machen (bei Dauerbetrieb wird mit den Stützbatterien eine Einsatzdauer von 3 Monaten sicher gestellt).

Bezüglich Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit kann zwar Alpride keine Gütesiegel o.ä. vorweisen, doch die verwendete Kondensatoren-Technologie ist im Vergleich zu den bei anderen Produkten eingesetzten Akkus umweltfreundlicher, kleiner und widersteht fast beliebig viele Ladezyklen ohne dass sich die Leistung über die Jahre abbaut. Um den ökologischen Fussabdruck zu reduzieren können die Kondensatoren via USB anstelle mit den Batterien geladen werden.

Natürlich haben wir auch eine Testauslösung des Airbag-Systems gemacht. Dies ist immer gut, damit man im Ernstfall keine Hemmungen beim Auslösen hat und den Rucksack wieder korrekt einpacken kann. Beim Alpride-Supercap 40 schmerzt dies auch nicht, da bei elektrischen Systemen die Kartuschen nicht gefüllt oder ersetzt werden werden müssen.

Fazit: der Alpride SuperCap40 überzeugt mit einem hohen Tragekomfort und guten Befestigungsmöglichkeiten für Ski und Co. Da es sich hier um einen Reissverschluss-Rucksack und kein Toploader handelt, lässt er sich etwas weniger gut «Stopfen», dafür ist der Zugriff auf die Ausrüstung deutlich komfortabler. Dank der 40 Liter Packvolumen passt in den SuperCap40 viel rein. So kommt man mit diesem Rucksack wegen Platznot trotz des Airbagsystems kaum in Bedrängnis. Für viele wird dieser Lawinenrucksack eher zu gross sein – bei Eintagestouren oder Weekend-Ausflügen ohne allzu viel Material kommt man gut mit dem SuperCap30 durch. Meines Erachtens ist die Befestigungsmöglichkeit der Pickel Geschmacksache – ich favorisiere hier nach wie vor die Variante mit der Spitze nach oben.

Preis

Der Alpride SuperCap40 kostet inkl. E1 Airbagsystem 978 CHF.

Der Alpride SuperCap40 Rucksack ohne E1-Airbag kostet 298 CHF.

Erhältlich direkt im E-Shop: Alpride

Links

Hersteller: Alpride

Auskunft und Vertrieb direkt über den Hersteller

About The Author Christian Denzler

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